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Die texanische Gutenberg-Bibel im Netz


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    Besucher der Online-Präsenz des Harry Ransom Humanities Research Center der University of Texas in Austin haben nun Gelegenheit, in digitalen Faksimiles der orignalen Gutenberg-Bibel zu blättern. Dafür hat das Center sämtliche Seiten digitalisiert und in Übersichten, aber auch vergrößerten Detailansichten dargestellt. Das Harry Ransom Center kam 1978 in den Besitz der Gutenberg-Bibel, deren Wert auf 20 Millionen US-Dollar geschätzt wird.

Das texanische Exemplar sei bis ins 18. Jahrhundert in süddeutschen Klöstern in Gebrauch gewesen. Das Besondere an ihr seien Randnotizen und andere Anmerkungen von Mönchen. Sie hoben ausgiebig Textstellen hervor und korrigierten manche, so heißt es aus dem Ransom Center. Daher sei die texanische Ausgabe äußerst interessant.

Die texanische Website ist nicht die erste, auf der eine digitalisierte Version der Gutenberg-Bibel zur Ansicht gebracht wird. Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen nahm im Jahre 2000 das 600. Geburtsjahr Johannes Gutenbergs zum Anlass, sein Druckwerk im Internet und auf CD-ROM zugänglich zu machen. Daneben gibt es unter anderem Angebote der japanischen Universität Keio und der British Library in London.

Gutenberg und seine Mitarbeiter druckten in den 50er Jahren des 15. Jahrhunderts etwa 180 dieser 42zeiligen Bibel-Ausgabe, 150 auf Papier, 30 auf Pergament. Heute existieren weltweit noch 48 Exemplare, zwei davon im Besitz des Gutenberg-Museums zu Mainz, der Wirkstätte des "schwarzen Künstlers". (anw/c't)



Johannes Gutenberg - Biografie


   Johannes Gutenberg wurde um das Jahr 1400 in Mainz im Hof Gutenberg als Patriziersohn von Friele Gutenberg und seiner Frau Else geboren. Die biographischen Daten von Johannes Gutenberg sind lückenhaft. So wird aufgrund einer Matrikeleintragung der Erfurter Universität von 1419 bis 1420 vermutet, dass es sich bei dem dort genannten Johannes de Altavilla um Johannes Gutenberg handelt.

Im Jahr 1419 starb der Vater. Etwa um 1428 verließ die Familie Gutenberg aus Protest über Steuerforderung die Stadt Mainz. 1433 starb Gutenbergs Mutter in Mainz. In den Jahren zwischen 1434 und 1444 hielt sich Gutenberg in Straßburg auf. 1436 bis 1437 stand er vor dem geistlichen Gericht in Straßburg: Die Bürgertochter Ennelin von der Isern Türe hatte ihn wegen einer nicht eingehaltenen Verlobung verklagt. Aus den Eintragungen des Straßburger Helbeling-Zollbuches, eines Steuerregisters, in der Zeit zwischen 1436 und 1444 geht der soziale Status von Gutenberg hervor, der demjenigen eines Freimeisters entsprach.

Die Protokolle eines Prozessverfahrens vor dem Straßburger Rat aus dem Jahr 1439 verraten etwas über Gutenbergs künstlerische, geschäftliche und handwerkliche Tätigkeiten. So beteiligte er sich unter anderem an einer Lehr- und Werkgemeinschaft mit mehreren Bürgern in Straßburg, um Wallfahrtsspiegel für die große Wallfahrt nach Aachen zu produzieren.

Er war überdies als Goldschmied tätig. Außerdem gehen aus den Unterlagen eine weitere Geschäftsgesellschaft hervor und eine geheime Kunst Gutenbergs. So ist in diesem Zusammenhang die Rede von einer Presse und Druckmaterial, was zu dem Schluss führen lässt, dass sich Gutenberg bereits in seiner Straßburger Zeit mit ersten praktischen Druckversuchen beschäftigt hatte.

Etwa um die Zeit von 1442 nahm er sich ein Darlehen in Höhe von 80 Pfund Straßburger Denare, zur Verfügung gestellt von dem St.-Thomas-Stift. Gutenberg konnte zeit seines Lebens das Geld nicht mehr zurückzahlen und hatte dadurch mehrmals mit gerichtlichen Verfahren zu tun – so zum Beispiel mit dem kaiserlichen Hofgericht in Rottweil.

Im Jahr 1448 siedelte Gutenberg wieder nach Mainz über. Dort nahm er ein weiteres Darlehen in Höhe von 150 Gulden auf. Es wird angenommen, dass er das Geld in seine Buchdruck-Erfindung investierte. Noch vor 1450 erschien ein Druck Gutenbergs von einem Gedicht in deutscher Sprache.


   Der früheste Druck Gutenbergs kann bloß vermutet werden, da keine genauen Daten wie Erscheinungsjahr und Druckort bekannt sind. Das Ergebniss ist außerdem bloß als kleines Fragment überliefert worden. In den Jahren 1450 bis 1452 ließ sich Johannes Gutenberg abermals ein Darlehen in Höhe von 800 Gulden auszahlen.

Das von dem Mainzer Advokat geliehene Geld wurde in Gutenbergs Erfindung und eine Druckerwerkstatt mit Mitarbeitern gesteckt. Im Jahr 1452 verlieh Johannes Fust ein zweites Mal die Summe von 800 Gulden an Gutenberg. Damit beteiligte er sich an dem Unternehmen als Teilhaber.

Zwischen 1452 und 1454 druckte Gutenberg die berühmte 42-zeilige Bibel in lateinischer Sprache, die auch unter der Bezeichnung "Gutenberg-Bibel" bekannt ist. Die Auflage soll rund 180 Stück umfasst haben, darunter befanden sich circa 30 Drucke auf Pergament. Vollendet war das Projekt im Jahr 1455.

Schon 1454 sollen davon die ersten Exemplare während des Frankfurter Reichstages angeboten worden sein. Ob es sich bei dem Anbieter um Gutenberg selbst handelte, ist nicht sicher.

In den Jahren 1454 bis 1455 druckte Gutenberg 30- beziehungsweise 31-zeilige "zyprische Ablaßbriefe". Ein notarielles Dokument, das Helmaspergersche Notariatsinstrument von 1455 des Notars Ulrich Helmasperger, bekundet Gutenbergs säumige Zins- und Rückzahlungen an seinen Darlehensgeber Johannes Fust.

Gutenberg musste nicht nur die Druckerwerkstatt oder große Teile davon an Fust abtreten, sondern er musste wohl auch die Bibeldrucke herausgeben. Das genaue Prozessergebnis ist nicht bekannt. Im Jahr 1457 wurde in Gutenbergs Druckerei der erste Dreifarbendruck hergestellt, ein zweiter folgte 1459.

Im Zuge der Mainzer Stiftsfehde von 1562 zwischen den beiden dortigen Erzbischöfen musste Gutenberg vermutlich auch seinen Hof an den Erzbischof Adolf von Nassau verloren geben. Dieser machte Gutenberg drei Jahre später zu seinem Hofmann. Dadurch genoss er nicht nur lebenslange Getreide-, Kleider- und Weingeschenke, sondern außerdem Dienst- und Steuerfreiheit.


    Vor Gutenbergs Erfindung des Druckverfahren wurden Bücher mit dem Holzdruck als Reiberdruck-Verfahren hergestellt, indem Papier auf einen mit Farbe versehenen Holzstock aufwändig abgerieben wurde. Gutenbergs revolutionäre Idee der Erfindung betraf die Zerlegung der Texte in seine einzelnen Bestandteile wie Buchstaben und Satzzeichen. Diese Bestandteile waren einzelne seitenverkehrte Lettern - Legierung aus Blei, Zinn und weiteren Bestandteilen, die sich schnell herstellen ließen. Gutenbergs Druckverfahren sparte Zeit und Umstände. Die Texte konnten in kurzer Zeit bequem vervielfältigt werden. Das war der Anfang des Massenmedienzeitalters.

Johannes Gutenberg starb am 3. Februar 1468 im Hof zu Algesheimer. Er liegt in der Franziskanerkirche zu Mainz begraben.



Links

ausführliche Biografie bei www.gutenbergdigital.de
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