13. März 2001 S I E M E N S


Infineon vermasselt Gewinnaussichten



Siemens wird seine bisherigen Gewinn- und Umsatzprognosen offenbar nur dann erreichen, wenn es seine Computerchip-Tochter Infineon nicht in die Rechnung mit einbezieht. Schleppende Geschäfte mit Handys und Halbleitern belasten die Bilanz.


München - Siemens halte zwar an der Erwartung fest, im Geschäftsjahr 2000/01 einen prozentual zweistelligen Umsatzzuwachs und demgegenüber noch stärker steigenden Jahresüberschuss zu erreichen. Dies beziehe sich aber nur noch auf den Konzern ohne seine 70-prozentige Tochter Infineon, teilte das Unternehmen mit. Noch im Dezember hatte Siemens erklärt, die Prognosen gälten mit und ohne Infineon, das als Mehrheitsbeteiligung bei Siemens konsolidiert wird.

Siemens unterstrich, das Umfeld für die einzelnen Branchen, in denen die Konzernbereiche tätig seien, sei in letzter Zeit differenzierter geworden. So verzeichneten Mobiltelefone eine schwächere Nachfrage, während sich der Bereich Energieerzeugung in einer boomenden Branche bewege, hieß es. Die Aussichten für die Halbleiterindustrie hätten sich zuletzt ebenso deutlich verändert.

Infineon selbst wollte keine Aussage zur weiteren Geschäftsentwicklung treffen. Eine Sprecherin des Halbleiterherstellers sagte, angesichts der starken Schwankungen auf dem Markt für Speicherchips halte Infineon an der Praxis fest, keine genauen Prognosen mehr abzugeben. Der Lagerabbau auf diesem Markt führe derzeit zu Überkapazitäten. Infineon rechne aber mit einer Erholung im zweiten Halbjahr.

Der schwedische Siemens-Konkurrent Ericsson hatte am Montag seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Quartal mit Verweis auf den schwachen Handy-Markt deutlich gesenkt. Der Telekommunikationsausrüster geht vor Steuern nun von einem Verlust von umgerechnet 850 Millionen bis 1,1 Milliarden Mark anstatt des bis dahin erwarteten ausgeglichenen Ergebnisses aus. Auch die Umsatzprognose hatte Ericsson gesenkt.