"Kunst im Alltag"von Frank PatalongWenn das keine Innovation ist: Fujitsu/Siemens stellen zur Cebit eine PC-Baureihe vor, die "keine unnötigen Bauteile" enthält. Dafür sind die Rechner schön bunt. Und vollgepackt mit Extras. War da gerade ein Widerspruch?
Jetzt wissen wir auch, was da so alles wirklich überflüssig ist: der Wirrwarr an Schnittstellen zum Beispiel. Die Jetson-Reihe bietet dem User gerade noch vier USB-Ports. Mehr, meinen die Hersteller, muss heute nicht mehr sein. CD-Rom und DVD-Laufwerk sind ein Muss - auf Disketten kann hingegen getrost verzichtet werden. Auch das erinnert an den iMac. Weniger, behaupten die Hersteller, brauchen die Jetsons auch in puncto Zeit: Nach dem Start sollen die Rechner spürbar schneller als andere betriebsbereit sein. Nein, Fujitsu/Siemens sind nicht als Betriebssystem-Optimierer aktiv geworden, sondern das soll deshalb möglich werden, weil die trotz "Legacy-free" verbauten Teile halt ganz fürchterlich optimal aufeinander abgestimmt sein sollen. Das wird wohl so sein, auch wenn solche "Claims" zur absolut notwendigen Grundausstattung jeder PC-Werbekampagne gehören.
Eine Standardausrüstung mit Fast-Ethernet-Karten für das fixe Heimnetzwerk dürfte man auch heute noch als ungewöhnlich bezeichnen, und sogar die Glückspilze, denen tatsächlich die Anmeldung eines DSL-Anschlusses bei der Telekom gelingt, dürfen sich freuen: Auch darauf sind die Dinger vorbereitet. Schick sind sie, die Jetsons, kommen im silberfarbenen Aluminiumgehäuse daher, mit verspielten blauen Farbapplikationen. Von der Maus, über die PC-Boxen bis zur Tastatur ist alles durchgestylt. "Für uns", dichten die Jetson-Werber, "ist Design eine Möglichkeit, Kunst im Alltag nutzbar zu machen". Das ist gut zu wissen. Was man jetzt noch wissen will? Preise zum Beispiel, aber über solche profanen Dinge lassen sich Fujitsu/Siemens bisher nicht aus. Vielleicht erfährt man solche Nebensächlichkeiten auf der Cebit: Halle 1, Stand 5e2. |