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09. Februar 2001
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T E A C H Y O U R T E A C H E R
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Schüler sind die besseren Lehrer
Im hessischen Main-Taunus-Kreis unterrichten Schüler das Lehrpersonal in Sachen PC. Jugendliche sind oft kompetenter als ihre studierten Lehrer - und viel billiger.
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© DPA
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| Lehrer sehen sich mit einer Generation konfrontiert, der sich Digitaltechnik viel leichter erschließt: Die Kids sind damit aufgewachsen
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Lehrer sehen sich mit einer Generation konfrontiert, der sich Digitaltechnik viel leichter erschließt: Die Kids sind damit aufgewachsen
Hofheim - Verkehrte Welt im hessischen Main-Taunus-Kreis: Schüler unterrichten dort bald Lehrer - und zwar in Computer-Kursen. Nach Ansicht des zuständigen Landrats Berthold Gall (CDU) sollten immer die Kompetenteren die Wissensbedürftigen unterrichten. Und das seien in Sachen Computer nun einmal die Schüler.
Aus diesem Grund hat sich Gall die ungewöhnliche Aktion ausgedacht, die in diesen Tagen startet. Fast 60 Lehrer haben sich für die Kurse des Projekts "Teach your Teacher" (Unterrichte deinen Lehrer) angemeldet. Zunächst geben sechs Schüler ihre Computer-Kenntnisse weiter. Dafür werden sie auch von der Kreisverwaltung bezahlt.
Einer von ihnen ist der Oberstufenschüler Jörg Lorey. "Ich hab mich schon für PC interessiert, als ich noch gar nicht lesen konnte", erzählt der 19-Jährige. Über seinen Schulleiter erfuhr er von dem Projekt und meldete sofort sein Interesse an. Jörg besucht ein berufliches Gymnasium mit dem Schwerpunkt Informatik. Als Beruf strebt er "etwas in der IT-Branche oder was in den Medien" an.
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Das Projekt "Teach your Teacher" wendet sich zunächst nur an Grundschullehrer. Unterrichtet wird an eigens angeschafften Computern. Anfangs werden die lehrenden Schüler die Stunden zu zweit halten. Langfristig sollen nicht nur Lehrer, sondern auch Grundschüler direkt von den engagierten Schülern unterrichtet werden.
Rund 60.000 Mark stellt der Main-Taunus-Kreis für das Projekt zur Verfügung. Das entspricht 3000 Schulungsstunden: "Wir haben mit den Schülern 630-Mark-Verträge abgeschlossen, die einen Stundensatz von 20 Mark vorsehen", sagt Landrat Gall, der auch Schuldezernent des Kreises ist und die Idee zu dem Projekt hatte. "Dieses Geld ist gut investiert", meint Gall. Indem für die Lehrer das Fachwissen vor der eigenen Haustür genutzt werde, spare die öffentliche Hand Mittel für langwierige und teurere professionelle Weiterbildungsmaßnahmen.
Gregor Tholl, dpa
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