Zusammensetzungen und Ableitungen, die Eigennamen als Bestandteile enthalten
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§ 46: Man setzt einen Bindestrich in Zusammensetzungen, die als zweiten Bestandteil einen
Eigennamen enthalten oder die aus zwei Eigennamen bestehen.
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Dies betrifft
- Zusammensetzungen mit Personennamen, zum Beispiel:
Frau Müller-Weber, Herr Schmidt-Wilpert; Eva-Maria (auch Eva Maria, Evamaria),
Karl-Heinz (auch Karl Heinz, Karlheinz)
die Bäcker-Anna, der Schneider-Karl; Blumen-Richter, Foto-Müller, Möbel-Schmidt;
Müller-Lüdenscheid, Schneider-Partenkirchen
E1: Die standesamtliche Schreibung mehrteiliger Personennamen kann von dieser Regelung abweichen.
- geographische Eigennamen, zum Beispiel:
Annaberg-Buchholz, Baden-Württemberg, Flughafen Köln-Bonn, Neu-Bamberg,
Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt
E2: Die amtliche Schreibung von Zusammensetzungen mit einem geographischen Eigennamen,
die ihrerseits zu einem geographischen Eigennamen geworden sind, kann von dieser Regelung abweichen.
Adjektiv + Eigenname, zum Beispiel:
Neu Seehagen, Neubrandenburg
Immer Getrenntschreibung bei Sankt, zum Beispiel:
Sankt Georgen (St. Georgen)
Substantiv + Eigenname, zum Beispiel:
Nordkorea, Königs Wusterhausen, Marktredwitz, Markt Indersdorf, Stadtlauringen, Stadt Rottenmann
Immer Getrenntschreibung bei Bad, zum Beispiel: Bad Säckingen
Zwei Eigennamen, zum Beispiel:
Grindelwald Grund, Rostock Lütten Klein; Berlin Schönefeld (auch Berlin-Schönefeld)
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§ 47: Werden Zusammensetzungen mit einem ursprünglichen Personennamen als
Gattungsbezeichnung gebraucht, so schreibt man ohne Bindestrich zusammen.
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Beispiele:
Gänseliesel, Heulsuse, Meckerfritze
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§ 48: Bei Ableitungen von Verbindungen mit einem Eigennamen als zweitem Bestandteil bleibt der Bindestrich erhalten.
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Beispiele:
baden-württembergisch (Baden-Württemberg), rheinland-pfälzisch,
alt-wienerische/Alt-Wiener Kaffeehäuser, Spree-Athener
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§ 49: Bei Ableitungen von mehreren Eigennamen, von Titeln und Eigennamen oder von
einem mehrteiligen Eigennamen setzt man einen Bindestrich. |
Beispiele:
die sankt-gallischen/st.-gallischen Klosterschätze (St. Gallen), die gräflich-rieneckische
Güterverwaltung (Graf Rieneck)
die kant-laplacesche Theorie (Kant und Laplace), der de-costersche Roman (de Coster),
die gräflich-rienecksche Güterverwaltung (Graf Rieneck)
die Kant-Laplace'sche Theorie (Kant und Laplace), der de-Coster'sche Roman (de Coster),
die Gräflich-Rieneck'sche Güterverwaltung (Graf Rieneck)
Zur Groß- und Kleinschreibung und zur Schreibung mit Apostroph siehe § 62.
E: Bei Ableitungen auf -er kann man den Bindestrich weglassen, zum Beispiel:
die Bad-Schandauer (Bad Schandau)/Bad Schandauer, die Sankt-Galler/ Sankt Galler, die New-Yorker/New Yorker
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§ 50: Man setzt einen Bindestrich zwischen allen Bestandteilen mehrteiliger
Zusammensetzungen, deren erste Bestandteile aus Eigennamen bestehen. |
Beispiele:
Albrecht-Dürer-Allee, Heinrich-Heine-Platz, Kaiser-Karl-Ring, Ernst-Ludwig-Kirchner-Straße,
Rainer-Maria-Rilke-Promenade, Thomas-Müntzer-Gasse
Elbe-Havel-Kanal, Oder-Neiße-Grenze, La-Plata-Mündung
Albert-Einstein-Gedenkstätte, Georg-Büchner-Preis, Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Preis,
Goethe-Schiller-Archiv, Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium, Van-Gogh-Ausstellung
am Lago-di-Como-seitigen Abhang, Fidel-Castro-freundlich
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§ 51: Man kann einen Bindestrich in Zusammensetzungen setzen, die als ersten Bestandteil
einen Eigennamen haben, der besonders hervorgehoben werden soll, oder wenn der zweite
Bestandteil bereits eine Zusammensetzung ist. |
Beispiele:
Goethe-Ausgabe, Johannes-Passion, Richelieu-freundlich, Kafka-Kolloquium; Goethe-Geburtshaus,
Brecht-Jubiläumsausgabe
Ganges-Ebene, Krim-Treffen, Mekong-Delta; Elbe-Wasserstandsmeldung, Helsinki-Nachfolgekonferenz
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§ 52: Wird ein geographischer Eigenname von einem nachgestellten Substantiv näher
bestimmt, so kann man einen Bindestrich setzen. |
Beispiele:
Frankfurt Hauptbahnhof/Frankfurt-Hauptbahnhof, München Ost/München-Ost
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