Besondere Kennzeichnung der langen Vokale
Folgt im Wortstamm auf einen betonten Vokal kein Konsonant, ist er lang.
Die regelmäßige Kennzeichnung mit h hat auch die Aufgabe, die
Silbenfuge zu markieren, zum Beispiel Kü|he; vgl. § 6.
Folgt nur ein Konsonant, so kann der Vokal kurz oder lang sein. Die Länge
wird jedoch nur bei einheimischen Wörtern mit [i:] regelmäßig
durch ie bezeichnet; vgl. § 1.
Ansonsten erfolgt die Kennzeichnung nur ausnahmsweise:
a) in manchen Wörtern vor l, m, n, r mit h; vgl. § 8
b) mit Doppelvokal aa, ee, oo; vgl. § 9
c) mit ih, ieh; § 12.
Zum ß (statt s) nach langem Vokal und Diphthong siehe § 25.
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§ 6: Wenn einem betonten einfachen langen Vokal ein unbetonter kurzer
Vokal unmittelbar folgt oder in erweiterten Formen eines Wortes folgen kann,
so steht nach dem Buchstaben für den langen Vokal stets der Buchstabe h.
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Dies betrifft Wörter wie:
ah: nahen, bejahen (aber ja)
eh: Darlehen, drehen
oh: drohen, Floh (wegen Flöhe)
uh: Kuh (wegen Kühe), Ruhe, Schuhe
äh: fähig, Krähe, zäh (Ausnahme säen)
öh: Höhe (Ausnahme Bö, trotz Böe, Böen)
üh: früh (wegen früher)
Zu ieh siehe § 12(2).
Zu See u. a. siehe § 9.
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§ 7: Das h steht ausnahmsweise auch nach dem Diphthong [aI].
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Das betrifft Wörter wie:
gedeihen, Geweih, leihen (≠ Laien), Reihe, Reiher, seihen, verzeihen,
weihen, Weiher; aber sonst: Blei, drei, schreien
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§ 8: Wenn einem betonten langen Vokal einer der Konsonanten [l],
[m], [n] oder [r] folgt, so wird in vielen, jedoch nicht in der Mehrzahl
der Wörter nach dem Buchstaben für den Vokal ein h eingefügt.
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Dies betrifft:
- Wörter, in denen auf [l], [m], [n] oder [r] kein weiterer Konsonant
folgt, zum Beispiel:
ah: Dahlie, lahm, ahnen, Bahre
eh: Befehl, benehmen, ablehnen, begehren
oh: hohl, Sohn, bohren
uh: Pfuhl, Ruhm, Huhn, Uhr
äh: ähneln, Ähre
öh: Höhle, stöhnen, Möhre
üh: fühlen, Bühne, führen
Zu ih siehe § 12(1).
- die folgenden Einzelfälle: ahnden, fahnden
E1: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich
geschriebene Wortstämme wie: Mahl ≠ Mal, mahlen ≠ malen, Sohle ≠ Sole;
dehnen ≠ denen; Bahre ≠ Bar, wahr ≠ er war, lehren ≠ leeren, mehr ≠ Meer,
Mohr ≠ Moor, Uhr ≠ Ur, währen ≠ sie wären
E2: Das h bleibt auch bei Flexion, Stammveränderung
und in Ableitungen erhalten, zum Beispiel: befehlen befiehl
er befahl befohlen, drehen gedreht Draht, empfehlen
empfiehl er empfahl empfohlen, gedeihen es gedieh gediehen,
fliehen er floh geflohen, leihen er lieh geliehen,
mähen Mahd, nähen Naht, nehmen er nahm,
sehen er sieht er sah gesehen, stehlen
er stiehlt er stahl gestohlen, verzeihen er verzieh verziehen,
weihen geweiht Weihnachten
Ausnahmen, zum Beispiel: Blüte, Blume (trotz blühen), Glut (trotz
glühen), Nadel (trotz nähen)
E3: In Fremdwörtern steht bis auf wenige Ausnahmen wie Allah,
Schah kein h.
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§ 9: Die Länge von [a:], [e:] und [o:] kennzeichnet man in einer
kleinen Gruppe von Wörtern durch die Verdopplung aa, ee bzw. oo.
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Dies betrifft Wörter wie:
aa: Aal, Aas, Haar, paar, Paar, Saal, Saat, Staat, Waage
ee: Beere, Beet, Fee, Klee, scheel, Schnee, See, Speer, Tee, Teer;
außerdem eine Reihe von Fremdwörtern mit ee im Wortausgang
wie: Armee, Idee, Kaffee, Klischee, Tournee, Varietee
oo: Boot, Moor, Moos, Zoo
Zu die Feen, Seen siehe § 19.
E1: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich
geschriebene Wortstämme wie: Waage ≠ Wagen; Heer ≠ her, hehr;
leeren ≠ lehren; Meer ≠ mehr; Reede ≠ Rede; Seele, seelisch ≠ selig;
Moor ≠ Mohr
E2: Bei Umlaut schreibt man nur ä bzw. ö,
zum Beispiel: Härchen aber Haar; Pärchen aber
Paar; Säle aber Saal; Bötchen aber Boot
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§ 10: Wenige einheimische Wörter und eingebürgerte Entlehnungen
mit dem langen Vokal [i:] schreibt man ausnahmsweise mit i.
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Dies betrifft Wörter wie:
dir, mir, wir; gib, du gibst, er gibt (aber ergiebig); Bibel, Biber,
Brise, Fibel, Igel, Liter, Nische, Primel, Tiger, Wisent
E: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich
geschriebene Wörter wie: Lid ≠ Lied; Mine ≠ Miene; Stil ≠ Stiel; wider ≠ wieder
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§ 11: Für langes [i:] schreibt man ie in den fremdsprachigen
Suffixen und Wortausgängen -ie, -ier und -ieren.
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Dies betrifft Wörter wie:
Batterie, Lotterie; Manier, Scharnier; marschieren, probieren
Ausnahmen, zum Beispiel: Geysir, Saphir, Souvenir, Vampir, Wesir
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§ 12: In Einzelfällen kennzeichnet man die Länge des Vokals [i:]
zusätzlich mit dem Buchstaben h und schreibt ih oder ieh.
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Im Einzelnen gilt:
- ih steht nur in den folgenden Wörtern (vgl. § 8):
ihm, ihn, ihnen; ihr (Personal- und Possessivpronomen), außerdem Ihle
- ieh steht nur in den folgenden Wörtern (vgl. § 6):
fliehen, Vieh, wiehern, ziehen
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