Peressek: Sibirische Folksmusik in Reinkultur
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Es war ein Glücksgriff, als Marina
Arschanikowa 1988 in Tomsk eine Text- und Notensammlung regionaler Volkslieder
eines Leningrader Ethnologieprofessors in die Hände fiel. Arschanikowa hatte in
der gleichen Stadt ein Jahr zuvor das Folklore-Ensemble „Peressek“ gegründet mit
dem Ziel, sibirische Folkslieder zu präsentieren. Allerdings hatte das Ensemble
große Schwierigkeiten, „unverfälschte“ traditionelle Lieder und Texte aus ihrer
sibirschen Heimat zu finden. |
| Die Sammlung des besagten Professors war denn auch eine Fundgrube, aus der „Peressek“ sein erstes Repertoire zusammenstellte. Seither ist Arschanikowa bei der Suche nach geeignetem Material dem „Regionalitäts-Prinizp“ treu geblieben. Und das Ziel der Gruppe lautet bis heute: die sibirsche Folklore-Tradition lebendig zu erhalten. Deshalb forscht das Ensemble schon seit Jahre – vor allem in der Tomsker Region – nach musikalischen Quellen: alte Tanz- oder Kriegslieder, Volkslieder, Kirchengesänge, Rituale usw. Die Auswahl ist dabei sehr vielfältig, zogen doch schon seit Jahrhunderten Menschen aus dem Westen (westliches Russland, Weißrussland, Ukraine) in Richtung der unendlichen sibirischen Weiten – und nahmen dabei ihre musikalischen Erinnerungen und Traditionen mit |
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Deshalb glänzt die sibirsche Folkskultur heute auch durch ihren Eklektizismus, in dem sie verschiedene Dialekte, Musikstile und Genres vereint ohne sie unbedingt zu vermischen. Und das macht auch die Künstlergruppe „Peressek“. Die Konzerte des 27köpfigen Ensembles (zudem auch eine Kindergruppe zählt) sind grell, emotional, facettenreich. Lieder, Tänze, Spiele und Zermonien werden immer der Jahreszeit angepasst. Oft stehen dabei Volksfeste im Mittelpunkt (Weihnachten, Namenstage, Karneval, auf russisch „Masleniza“). In den letzten 10 Jahren trat „Peressek“ vor allem in Sibirien auf, im „Dom russkich tradizij“ in Nowosibirsk sind sie Stammgäste. Ein Höhepunkt war eine dreiwöchige Tournee in den USA. |
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