Ilja Repin

"Unsere Aufgabe ist der Inhalt. Das Gesicht, die Seele des Menschen, das Drama des Lebens, die Eindrücke der Natur, ihr Leben und Sinn, der Atem der Geschichte. Das sind unsere Themen, wie mir scheint. Die Farben aber sind unsere Waffen. Sie sollen unsere Gedanken ausdrücken..." (Ilja J. Repin an Iwan N. Kramskoi).






Biografie

Vor 70 Jahren, am 29. September 1930, stirbt in Kuokkala ein 86-jähriger, fast vergessener Mann. Der Ort Kuokkala, der heute Repino heißt und zum Gebiet St. Petersburg zählt, gehörte damals zu Finnland.

Der Greis heißt Ilja Jefimowitsch Repin. Er lebt seit mehr als drei Jahrzehnten in Kuokkala im Exil. Doch Repin wollte und konnte nicht nach Sowjetrußland heimkehren. Die letzten Jahrzehnte des wohl berühmtesten russischen Malers im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts verlaufen isoliert und zurückgezogen von den großen Umbrüchen da draußen vor der Ateliertür. Seit seinem gewaltigen Auftragsbild "Gedenksitzung des Staatsrates" (1903) und nach dem Abschied von Professur und Meisterklasse an der Petersburger Akademie im Jahr 1907 hat der am 24. Juli 1844 im Städtchen Tschugujew bei Charkow geborene Sohn eines armen Militärsiedlers nichts Bedeutendes mehr auf die Leinwand gebannt. Zum Teil auch verursacht durch die Lähmung der rechten Hand, die ihn zwang, mit der Linken zu zeichnen.





Werke

Repins heute legendäre Meisterwerke, die seinen Weltruhm begründeten, datieren lange vor dem Jahrhundertwechsel. An erster Stelle "Die Wolgatreidler", der erste Geniestreich, den der Eleve der Petersburger Kunstakademie nach Studien vor Ort zwischen 1870 und 1873 im Format 1,3 mal 2,8 Meter schuf. Ebenso "Die Kreuzprozession im Gouvernement Kursk" (1880/83), "Iwan Grosny und sein Sohn Iwan" (1881/85), "Unerwartet" (1883/88) oder das urwüchsig-kraftvoll-fröhliche Historienbild "Die Saporosher Kosaken schreiben einen Brief an den türkischen Sultan Mohammed IV." (1878/91). Hinzu traten Perlen der Porträtkunst. Den Komponisten Modest Mussorgski etwa malte Repin noch drei Tage vor dessen Tod am 16./28. 3.1881 in einem Petersburger Krankenhaus.