Gefahr für sibirische Großkatzen |
MDZ 16.11.2001 | ||||||
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Text: Ivo Pertijs, Bild: WWF Russland
„Die Population der Sibirischen Tiger in Russland ist weltweit eine der stabilsten“, sagt Katja Pal, Pressesprecherin von WWF-Russland. Mit Hilfe anderer Organisationen kämpft WWF gegen Wilderer in den Regionen Primorje und Chabarowsk. „Viel schwieriger ist es, die Leoparden in Russland zu retten. Der Schneeleopard lebt beispielsweise hoch in den Bergen, in fast unerreichbaren Gegenden“, so Pal. Diese Wildkatzenart ist wegen ihres Fells genauso begehrtes Jagdobjekt wie der Sibirische Tiger: Ein Pelzmantel des weißen Leoparden kostet 50 000 US-Dollar, eine astronomische Summe für die Menschen in der ärmsten Gegend Russlands. Die Öko-Region Altai-Sajan, wo der Sibirische Tiger, der Schneeleopard und der Fernöstliche Leopard beheimatet sind, erstreckt sich über 845 000 Quadratkilometer. Die Hälfte ist russisches Territorium, der Rest gehört zu Kasachstan, China und der Mongolei. Für eine Fotoausstellug, die am 8. November im Moskauer Mariott Hotel eröffnet wurde, hat der Fotograf Leonid Kruglow hohe Berge erklommen, um den Schneeleoparden aufzustöbern. Im Moskauer Zoo hat er die Lockrufe der Weibchen aufgenommen, und als er diese Laute im Tierpark vorführte, reagierten die Männchen prompt darauf und kamen angelaufen. Die gleiche Methode wollte er im Altai-Gebirge anwenden, als er eine Fährte der Tiere entdeckt hatte. Spät nachts spielte er die Kassetten aus dem Zoo vor, doch kein einziger Leopard folgte den Rufen. Der Fotograf musste die geplante 40-tägige Tour vorzeitig abbrechen, da er ernsthaft erkrankt ist und von einem Rettungshelikopter geborgen werden musste. Eine Filmrolle schöner Fotos, jedoch ohne einen einzigen Schnappschuss eines Schneeleoparden – das war das Ergebnis dieser Tour.
Angelockt von den hohen Preisen auf dem Schwarzmarkt, bestreiten einige Einheimische ihr Familieneinkommen durch den Handel mit den seltenen Spezies. Im November 2000 begann die Gruppe „Leopard“, mit Unterstützung des WWF den Wilderern den Kampf anzusagen, doch dazu sind Geldmittel nötig. „Wir planen, Fund Raising Aktivitäten zu organisieren, wie eine Auktion, die momentane Fotoausstellung und die Ein-Dollar-Aktion, das heißt, dass das Mariott Hotel von jeder Buchung einen Dollar spendet. Leider ist die Idee bei der russischen Bürokratie kaum durchführbar, und so haben wir nur eine Spendenbox aufgestellt, die längst nicht so lukrativ ist“, so Pressechefin Pal. WWF Russland wird von den Schwesterorganisationen in Deutschland und den Niederlanden finanziell unterstützt. In seiner kommenden Ausgabe wird der WWF-Report nochmals auf den illegalen Handel mit den Großkatzen in Russland aufmerksam machen. Die Zukunft des Fernöstlichen und des Schneeleoparden ist nicht allzu rosig, und nur kurzfristige Aktionen können diese Tiere retten, bevor sie für immer ausgelöscht werden. |
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