Herbst 2001 H I L F E   F Ü R   R U S S L A N D


Hilfe für das Kinderkrankenhaus in Kirov


Lachende Kinderaugen sagen „Danke“. Hilfstransport für Kinderkrankenhaus Kirov/Russland lindert gröbste Not.

    Der folgende Bericht, stammt aus der Herbstausgabe der EJ-Aktuell. Diese wird vom Landesjugendpfaramt der prot. Kirche der Pfalz herausgegeben. Autor des Berichts ist Johann von Karpowitz, Referent für Öffentlichkeitsarbeit sowie Organisator des alle 2 Jahre statfindenten Jugendaustausches.

Fast zehn Monate ist es her, daß von Speyer aus eine große Ladung der unterschiedlichsten Hilfsgüter für das Kinderkrankenhaus Kirov auf die Reise ging. Rollstühle, Einwegspritzen, OP-Garne und OP-Nadeln, eine HNO-Behandlungseinheit und andere medizinisch-technische Geräte, Kinderkleidung und Spielzeug gingen im LKW auf die ca. 3.000 km lange Reise. Nach drei Wochen war alles vor Ort - gerade rechtzeitig bevor die große Kälte einsetzt. Doch "dank" der russischen Zoll-Bürokratie dauerte es bis nach Ostern, bis die ersten Hilfsgüter freigegeben wurden. Die warme Winterbekleidung war dann nicht mehr unbedingt erforderlich, doch das war ja auch nicht das wichtigste Material. Schon wichtiger war das Spielzeug, denn um derartiges anzuschaffen war und ist im Kinderkrankenhaus Kirov angesichts gewaltiger Finanznot absolut kein Rubel über. Doch wie wichtig Spielzeug in einem Kinderkrankenhaus ist, insbesondere wenn die ganzen Rahmenbedingungen schwierig sind, können wir allenfalls erahnen. Dr. Vladimir Koshelev, Chefarzt des Kinderkrankenhauses Kirov hat mit Fotos dokumentiert, wie sich die Kinder darüber gefreut haben.

Nach und nach wurden alle Hilfsgüter frei gegeben, die letzten wenige Wochen bevor die zu einer deutsch-russischen Jugendbegegnung nach Kirov gereiste Gruppe der Evangelischen Schülerinnen- und Schülerarbeit das Krankenhaus besuchte. Mit zu den zum Schluß freigegebenen Hilfsgütern gehörten ausgerechnet die vor allem für Bauchoperationen so dringend benötigten OP-Garne und-Nadeln. Zum Glück war ihre Haltbarkeit noch nicht abgelaufen, sodaß bis in diesen Herbst hinein genügend vorhanden sind.

Bei einem kurzen Besuch im Kinderkrankenhaus konnte die Gruppe aus der Pfalz sich diesmal nur einen oberflächlichen Eindruck verschaffen, doch denen, die schon vor zwei Jahren dabei waren fiel auf, daß zu einem Teil die Wände der Zimmer und Flure neu gestrichen waren. Auch wenn es so offen nicht gesagt wurde war wohl beim Gespräch doch heraus zu hören, daß ein Teil der Kinderkleidung wie auch nicht so wichtiges Hilfsmaterial aus der Pfalz verkauft und vom Erlös Farbe zum Streichen der Wände erworben wurde. Wer die Situation kennt, kann dafür nur Verständnis haben.

Frau Dr. Heike Müller, HNO-Ärztin in Speyer und Motor der Spendenaktion besuchte im Sommer ebenfalls das Kinderkrankenhaus. Ihr gegenüber machte Dr. Koshelev nochmals deutlich, wie wichtig die Spendengüter waren und brachte nachdrücklich seinen Dank zum Ausdruck. Beim Gang durch das Kinderkrankenhaus konnte sich Frau Müller davon überzeugen, wie wichtig die Hilfe bisher war - egal, ob die med.-techn. Güter wie auch alles andere. Dazu gehört auch der dank Pfälzer Spenden neu erworbene Fernseher, an dem die Kinder Ablenkung finden. Zugleich erkannte Frau Müller aber auch, daß es bisher eigentlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein war. So befindet sich die OP-Einrichtung des Hauses auf einem Stand, wie er in Deutschland in weniger gut ausgerüsteten Krankenhausern vor Jahrzehnten vorzufinden war. Angesichts dessen kann sie nur besondere Hochachtung vor der Leistung der Ärzte im Kirover Kinderkrankenhaus empfinden. Zurück in Deutschland machte sie gegenüber "ej-aktuell" angesichts dieser Situation deutlich, daß es zwar gut und wichtig ist, bei jeder Reise möglichst viel Medikamente usw. mit nach Kirov zu nehmen - so wie in diesem Sommer geschehen. Doch jetzt werde sie sich umhören, wo ein OP aufgelöst wird, um diesen für Kirov zu bekommen. Die Hilfsaktion für das Kinderkrankenhaus in Kirov geht also weiter, wobei der derzeitige Spendenbestand von fast 1.300 DM ein guter Grundstock ist, zu dem gern noch weitere Spenden angenommen werden.

Die Hilfsaktion für das Kinderkrankenhaus in Kirov geht also weiter, wobei der derzeitige Spendenbestand von fast 1.300 DM ein guter Grundstock ist, zu dem gern noch weitere Spenden angenommen werden.


Johann v. Karpowitz

Spenden für das Kinderkrankenhaus in Kirov werden erbeten auf das Konto des Landesjugendpfarramts:
Konto-Nr. 000 111 948, Kennwort „Kinderkrankenhaus Kirov“,
bei der Stadtsparkasse Kaiserslautern,
BLZ 540 501 10


Speyer. 2. November 2000: Fleißige Hände beim Verpacken der Hilfsgüter. Frau Dr. Müller, Kerstin Müller und Herr Scherer beim Verladen.