ie bekannte deutsche Firma "Siemens" und das Goethe-Institut Moskau initiieren einen Multimedia-Schülerwettbewerb. Der Wettbewerb läuft im Rahmen des Förderprogramms "Jugend und Wissen". Das Ziel des ganzen Programms ist es, jungen Leuten eine moderne Ausbildung zu bieten, die zukunftsorientiert ist - jene Ausbildung, die den Eintritt ins Berufsleben erleichtert.

Das Programm sieht vor allem das Lernen an neuer Computertechnik vor.

Vor kurzem kam Herr René Harun, ein Mitarbeiter der Siemens AG, nach Kirov. Er führte an der Bibliothek "A.I.Herzen" im Deutschen Kulturzentrum ein Seminar für Deutschlehrerinnen der Schulen des regionalen Zentrums durch.

"Wir haben bereits einen ähnlichen Wettbewerb in Deutschland durchgeführt", so Rene Harun, "Russland ist das erste Ausland, wo wir diesen Wettbewerb testen. Er wird aus zwei Etappen bestehen und es nehmen Schüler der 8.-11.Klassen daran teil."




Wie sind die Wettbewerbsbedingungen?

ie Kinder arbeiten in kleinen Gruppen von 4-8 Personen zusammen und sollen gemeinsam die Frage beantworten: "Was sind Multimedia, Informationstechnologien oder Internet". Die Arbeiten können verschieden sein: Videofilme, Gedichte, Aufsätze, Fotos oder Kollagen.

Selbstverständlich müssen kreative Arbeiten interessant und scharfsinnig sein. Mit Hilfe von einfachen Mitteln wie Papier, Bleistift oder Tuch soll ein einzigartiges Kunstwerk geschaffen werden, das die Frage beantwortet, was Multimedia ist.

"Während des Wettbewerbes in Deutschland bekamen wir einen ganz aus Holz gemachten Computermonitor in seiner Originalgröße."

Kreative Arbeiten müssen im Goethe-Institut Moskau bis zum 15.November des Jahres vorgelegt werden. Sie werden von einer Jury beurteilt. Autoren der besten Arbeiten werden ausgezeichnet.

      



ie zweite Etappe des Wettbewerbs gilt denjenigen Schülern, die schon über Erfahrung der Arbeit mit dem Computer verfügen. Die selbe Gruppe von Schülern bereitet eine "multimediale Show" zu einem von ihr selbst ausgewählten Thema vor. Die Kinder verfassen also ein Szenarium und verwirklichen es auf dem Personalcomputer. Für das Drehbuch und die Realisierung der Präsentation sind ca. 3 Monate vorgesehen.

Die Jury bestimmt die besten 10 Preisträgerschulen. Sie bekommen neue Computeranlagen. Alle, die sich am Wettbewerb beteiligen werden, bekommen Preise. "Von unserer Erfahrung ausgehend kann ich sagen, dass die Schüler, wenn sie am Wettbewerb teilnahmen, begannen, Multimedia aktiver zu nutzen. Das ist interessant und notwendig geworden und das nicht nur in Berlin, Hamburg, Frankfurt, sondern auch in kleineren deutschen Städten. Ich hoffe, dass unser Wettbewerb die Schüler und Lehrer Russlands interessieren wird."

Der Wettbewerb der Siemens AG und des Goethe-Instituts verfolgt natürlich auch ein weiteres Ziel: das aktive Studium der deutschen Sprache an russischen Schulen.



Unsere Frage an den Vorsitzenden des Kirower Deutschen Zentrums, Herrn Arkadi Nikolajewitsch Makarov:

Frage:"Arkadi Nikolajewitsch, das Deutsche Zentrum in der Stadt Kirov hat feste Beziehungen zum Goethe-Institut. Was gibt dies den Schulen, an denen man Deutsch lernt?"

Schulen, darunter auch Dorfschulen, bekommen kostenlos Lehrbücher und Bücher in deutscher Sprache. Ich habe vor kurzem gerechnet: Die ganze Literatur, die uns in den letzten Jahren geschickt wurde, könnte uns 6 Millionen Rubel kosten. Und wenn wir den Geldmangel der Schulen und Bibliotheken berücksichtigen, ist diese Hilfe ganz einfach nicht zu unterschätzen.

So sind in der Schule 70 der Stadt Kirov vor kurzem Lehrbücher in Klassensätzen (je 40 Stück) für jedes Schuljahr angekommen - das ist ein vollständiger Unterrichtskurs. Die Lehrer müssen sich nicht mehr quälen, nach Kopierern zu suchen, etwas selbstständig basteln, sie können jetzt ruhig Kinder lehren.

Über die Deutsche Welle Köln haben wir Videokurse Deutsch erhalten.

Am Multimedia Wettbewerb der Siemens AG können sowohl städtische, Rayons- und Dorfschulen teilnehmen.

Frage: "Aber viele unter ihnen haben keinen einzigen Computer?"

Wir werden helfen! Für technische Anfertigung kann man mit der Unterstützung des Deutschen Zentrums in Kirov rechnen. Und die Software bekommt man frei von Siemens.



Quelle: S.Aleksejewa, Wjatskij Kraj. - 23.10.1999 - Nr.195 (2163). - S.4.




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