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LuxemburgGesellschaft
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lu_gesellschaft.html
Staat


Parlamentarische Monarchie (Großherzogtum) seit 1866
Verfassung von 1868, letzte Änderung 1956
Parlament mit 60 Mitgliedern, Wahl alle 5 Jahre
Staatsoberhaupt: Großherzog Jean (seit 1964)
Beratender Staatsrat mit 21 Mitgliedern, vom Großherzog nominiert
Wahlpflicht ab 18 Jahre
Verwaltung 12 Kantone

Parteien:

Aktiounskommittee fir Demokratie an Rentengerechtegkeet (ADR)
Chrestlich-Sozial Vollekspartei (CSV)
Dei Greng (Grüne)
Dei Lenk 1
Demokratesch Partei (DP)
Letzebuergesch Sozialistesch Arbechterpartei (LSAP)

Unabhängigkeit: 9.6.1815, bestätigt am 11.5.1867 (Londoner Vertrag); Ende der Personalunion mit dem niederländischen Königshaus 13.11.1890
Nationalfeiertag: 23.6. (Feier des Geburtstags von Großherzog Jean)
Benelux: Vereinigung Belgiens, Luxemburgs und der Niederlande






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Luxemburg, über Tausend Jahre Geschichte im Herzen Europas


Das Gebiet des heutigen Großherzogtums Luxemburg liegt im Herzen der antiken "Civitas Trevirorum", dem Land, das der keltische Stamm der Treverer bei der Eroberung Galliens durch Julius Cäsar bewohnte. Im dritten und vierten Jahrhundert nach Christus entwickelte sich die Nachbarstadt Trier als zeitweilige Kaiserresidenz zu einem der wichtigsten Zentren der spätrömischen Welt. In unseren Gegenden erreichten die Landwirtschaft, der Weinbau und der Handel einen bis dahin nicht gekannten Aufschwung. Die schriftlich bezeugte Geschichte Luxemburgs, der "Lucilinburhuc" auf dem Bockfelsen, setzt um das Jahr 963 ein. Zu dem Zeitpunkt ließ Graf Siegfried aus dem Geschlecht der Ardennergrafen, der Gründer des ersten Hauses Luxemburg, auf dem Gebiet der heutigen Hauptstadt Luxemburg eine feste Burg bauen. Von hier aus entwickelte sich während der nachfolgenden neun Jahrhunderte die beeindruckende Festungsstadt, der man das Beiwort "Gibraltar des Nordens" gab.

Im Jahr 1244 bekamen die Bürger der Stadt Luxemburg durch Gräfin Ermesinde ihre Freiheitsurkunde ausgehändigt. Ihren mittelalterlichen Höhepunkt erreichte die Luxemburger Geschichte, als vier Grafen aus dem Hause Luxemburg im 14. und 15. Jh. den deutschen Kaiserthron bestiegen (Heinrich VII., Karl IV, Wenzel und Sigismund). Weitere Angehörige des Hauses Luxemburg wurden Könige von Böhmen und von Ungarn. Im Jahr 1354 erhob Kaiser Karl IV. die Grafschaft Luxemburg zum Herzogtum. Nach 1443 brach eine lange Periode fremder Souveränitäten an (die Burgunder, die spanischen Habsburger, das Frankreich Ludwig XIV., die österreichischen Habsburger, das revolutionäre Frankreich) ehe das Großherzogtum im Jahre 1815 seine nationale Unabhängigkeit erlangte. Beim Wiener Kongress legten die damaligen Mächte fest, dass das Land als Großherzogtum persönlicher Besitz des Königs der Niederlande, Wilhelm I. von Oranien-Nassau sei. Die monarchische Personalunion zwischen den Niederlanden und Luxemburg sollte bis 1890 dauern.

Im 19. Jahrhundert verfestigten sich nach und nach die politische Autonomie und das Unabhängigkeitsdenken. Die demokratischen, politischen Institutionen entstanden. Der 11. Mai 1867 ist ein wichtiges Datum der neueren Luxemburger Geschichte: der Londoner Vertrag zwischen den Mächten bekräftigte erneut die territoriale Unversehrbarkeit und die politische Autonomie des Landes, welche bereits 1839 nach der belgischen Revolution festgelegt worden waren, als das Land seine heutigen Grenzen erhielt. Darüber hinaus wurde Luxemburg im Londoner Abkommen der Status der immerwährenden Neutralität auferlegt, unter der Garantie der Großmächte. Großbritannien, Preußen, Russland, Frankreich, die Niederlande und Österreich verpflichteten sich, dieses neue internationale Statut des Großherzogtums zu garantieren und zu beschützen. 1890 ging die Krone des Großherzogtums an die Nassau-Weilburger, die älteste Linie des Hauses Nassau über. Somit erhielt das Land seine eigene Dynastie.

Der heute regierende Großherzog, Seine Königliche Hoheit Großherzog Jean (* 1921) folgte seiner Mutter, Großherzogin Charlotte (+ 1985) auf den Thron, als sie am 12. November 1964 zu Seinen Gunsten abdankte. Großherzog Jean und seine Gemahlin, Großherzogin Joséphine-Charlotte, die ältere Schwester des Königs der Belgier, haben fünf Kinder: die Prinzen Henri (Erbgroßherzog), Jean und Guillaume, und die Prinzessinnen Marie-Astrid und Margaretha. Trotz seines Neutralitätsstatuts wurde Luxemburg im 20. Jh. zweimal völkerrechtswidrig von deutschen Truppen besetzt, im ersten und im zweiten Weltkrieg. Dem Terror-Regime der Nazis stellte die Luxemburger Bevölkerung Resistenz und Solidarität entgegen, was nicht verhinderte, dass - prozentual gesehen -, Luxemburg den dritthöchsten Blutzoll nach der Sowjetunion und Polen erlitt. Die meisten Kämpfe und Abwehrschlachten der Ardennen-Offensive im Winter 1944/45 spielten sich auf Luxemburger Territorium ab und hinterließen furchtbare Zerstörungen.









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letzte Änderung 06.05.2004