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RusslandLand und Leute
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Das Bernstein-Wunder


St. Petersburg und sein Geschenk für die Welt
von Doris Maier

So wird es wohl immer ein Rätsel bleiben: Wusste der Rentner Hans Achtermann, welchen Schatz er zu Hause hütete? Fast 20 Jahre lang hing die außergewöhnliche, farbenfrohe Intarsie, die zwei Paare vor einer Gartenlandschaft zeigt, über seinem Wohnzimmer-Sofa. Die feine Einlegearbeit habe der Bremer 1978 auf dem Dachboden seines Vaters gefunden, der einst Offizier an der Ostfront war. Was Achtermann angeblich erst kurz vor seinem Tod durch einen Fernsehbericht erfahren haben will: Bei dem Kunstwerk handelt es sich um das kostbare Sinnbild "Fühlen und Riechen" ein wahrhaftiges Original aus dem 1945 verschwundenen Bernsteinzimmer.

Was wurde aus dem legendären Bernsteinzimmer? Ist es 1945 tatsächlich im Königsberger Schloss in Ostpreußen verbrannt? Liegt es noch immer verborgen in geheimen Schächten, Stollen oder gar unter dem Schindberg bei Coburg, wo jahrelang fanatische Schatzsucher nach dem "achten Weltwunder" gruben? Warum tauchen immer wieder originale Ausstattungsstücke wie eine Kommode oder eben das kostbare Mosaik "Riechen und Fühlen" auf? Der Verbleib des legendären Kunstschatzes, dessen Wert auf rund 250 Millionen Mark geschätzt wird; gehört zu den großen Rätseln der neueren Kunstgeschichte.

Wird es je wieder zum Vorschein kommen?

Diese Frage stellen sich bestimmt auch die 50 Restaurateure und Künstler, die seit 1979 im Katharinenpalast, 28 Kilometer südlich von St. Petersburg, ein neues prachtvolles Bernsteinzimmer originalgetreu nachbauen.

Die Nordwand des 100 Quadratmeter großen Saales mit dem Mosaik "Sehen" ist bereits fertig. Von Lüstern angestrahlt funkeln die Bernstein-Rosetten um die Wette. Eingebaute Spiegelpilaster verstärken den Effekt, wie eine Art "optisches Echo". Barocke Baldachine, aus kleinsten Steinchen, zart geschnittene Blütenornamente, gekrönte Wappenadler vergoldete Nymphen, das kostbare Parkett, das mehr einer kostbaren Intarsie als einem Fußboden gleicht - das Zimmer erstrahlt in einer unglaublichen Pracht, obwohl es noch gar nicht fertig ist. Vor allem an der Ostwand muss noch gearbeitet werden. In der Südwand ist bereits die Kopie des Mosaiks "Fühlen und Riechen" eingebaut. Die Nachbildung passt farblich besser zu den neuen honiggelben Paneelen. Das "Bremer" Original wird künftig als eigenständiges Kunstwerk im Bernsteinzimmer ausgestellt. Die Arbeiten unter der Federführung von Boris Igdalow, dem Direktor der Restauratorenwerkstatt, liegen im Zeitplan, doch die Zeit drängt.

Kaum zu glauben: Das später als achtes Weltwunder gerühmte Bernsteinzimmer gefiel auch dem Zaren nicht besonders. Erst seine Tochter, Zarin Elisabeth, würdigte das Berliner Geschenk. 1755 ließ sie es in Zarskoje Selo, dem Zaren-Dorf, aufbauen, obwohl das düstere deutsche Kabinett nicht ihrem barocken Geschmack entsprach. Deshalb legte ihr italienischer Lieblingsbaumeister Francesco Rastrelli Hand an das kostbare Zimmer und schuf daraus den Schatz der Schätze. Er fügte Spiegel und schmale Holztäfelchen zwischen die Bernstein-Verkleidung. Katharina II. ließ später noch vier florentinische Intarsienlandschaften in die Wände einbauen. Da das neue Zimmer im Katharinenpalast höher werden sollte als im Berliner Stadtschloss, entwarf Rastrelli ein Bernstein-Fries mit allegorischen Figuren und barocken Elementen. Fast eine Tonne des "nordischen Goldes" hat der Italiener bei seinem Umbau verarbeitet. Das Deckenbild "Sieg der Klugheit über die Wollust" setzte seinem Werk die Krone auf.

Fast 200 Jahre war das Bernsteinzimmer das wertvollste Schmuckstück des Katharinenpalastes. Bis 1941 deutsche Truppen Zarskoje Selo besetzten und der ostpreußische Gauleiter Erich Koch befahl, alle Kunstwerke zu entfernen. Eine Sondereinheit der Wehrmachtheeresgruppe Nord verpackte die prächtigen Paneelen, Spiegel und Wandbilder in 27 Kisten und schickte diese ins Königsberger Schloss, wo das Bernsteinzimmer bis 1945 aufgestellt war. Es wurde erneut abgebaut, als sich die Sowjetarmee näherte. Hier verliert sich die Spur des Bernsteinzimmers. Ursprünglich waren die Experten überzeugt, dass das Kleinod in dem Schloss verbrannte. Schon 1946 gab es gegenteilige Gerüchte.

Ungeachtet dessen beschloss Moskau 1979, das Bernsteinzimmer nachzubauen. Eigentlich ein unmögliches Vorhaben: Denn es gab gar keine Bernsteinschnitzer mehr. Jahrelang haben Historiker, Künstler und Restaurateure die Geheimnisse der Meister des 18. Jahrhunderts erforscht, weltweit aus den Archiven Fotomaterial und Zeichnungen zutage befördert. Basis der Rekonstruktion sind die kurz vor Kriegsbeginn für eine geplante Restaurierung gemachten Bilder, die Details des Kunstwerkes sogar in Farbe zeigen. Sie wurden bei den ausgelagerten Kunstwerken des Katharinenpalastes gefunden, genauso wie einige Originalstückchen, die von den Paneelen abgefallen waren. Wissenschaftler analysierten die Zusammensetzung des alten Mastix, ein aus Harzen und Leim gebrauter Klebstoff, der die dünnen Steinplättchen auf den Holztafeln hält. Belebt wurde auch die alte Technik der Bernsteinbemalung. Mit der Zeit kamen die Forscher auch dem Geheimnis der alten Farbschattierung auf die Spur. Das fossile Baumharz wird langsam erhitzt und wird mit einer milchigen Mixtur aus verschiedenen Gräsern und Ölen behandelt. Jedes Kilo des honiggelben Werkstoffes liefert lediglich 150 Gramm endgültig verwertbaren Materials.

Gleich einem gigantischen Puzzle setzen die Restaurateure das Bernsteinzimmer aus über einer halben Million Einzelstückchen zusammen - jedes ist nicht größer als ein Handteller. Da nur Fotovorlagen vorhanden sind, werden die Modelle zuerst in Plastilin angefertigt. Expertenteams prüfen sie auf ihre Originaltreue. Stimmt alles, werden sie in Gips gegossen und dienen den Schnitzern als Vorlage, die dann aus dem Rohling Portraitköpfchen, Blätterranken oder schwungvolle Barockornamente entstehen lassen. Was die "Wiedergeburt" des Bernsteinzimmers tatsächlich kostet, lässt sich nach Informationen der Ruhrgas AG kaum errechnen.

Klar ist, dass das Essener Unternehmen dem ehrgeizigen Projekt im Jahr 1999 mit einer Spende von 3,5 Millionen Dollar deutlich auf die Sprünge half. Seit 30 Jahren ist die Ruhrgas AG im Russlandgeschäft und zählt zu den größten Importeuren russischen Erdgases in Europa. "Wir wollen nicht nur auf wirtschaftlicher, sondern auch auf kultureller Ebene unsere Kontakte pflegen", begründet Pressesprecherin Astrid Zimmermann das Engagement. Ein prestigeträchtigeres Objekt hätte sich der Konzern kaum aussuchen können. Auch wenn das rekonstruierte Weltwunder nochnicht ganz fertig ist, zieht es Neugierige schon scharenweise an.

500000 Besucher des Zarskoje Selo staunen jährlich über Pracht und Reichtum des russischen Feudalregimes. Nächstes Jahr zum Jubiläum werden es sicherlich noch wesentlich mehr sein, die dann das vollendete Bernsteinzimmer und natürlich das kostbare Original des florentinischen Mosaikes begutachten werden, das einst bei Hans Achtermann über dem Sofa hing.

Dem wurde 1997 die Sache mit "seinem" Steinmosaik offensichtlich zu heiß. Per Mittelsmann wollte er es loswerden - an einen Scheinkäufer der Polizei. Achtermanns ehemalige Frau sagte 1999 vor Gericht aus: Ihr Ex-Mann habe genau gewusst, welchen Schatz er in seinem Besitz hatte. Ob dies stimmt? Auch dies wird ein Rätsel bleiben.


 



Die Geschichte des Bernsteinzimmers


Historische Zeittafel
von Dana Ritzmann, 07.03.2003

Die Geschichte des Bernsteinzimmers beginnt lange vor seinem sagenumwobenen Verschwinden.
  • Um 1700: Der Berliner Hofarchitekt Andreas Schlüter hatte als erster die Idee, eines der Palastgemächer mit Bernstein auszuschmücken.
  • König Friedrich I. gab ein Arbeitszimmer für sein Schloss Charlottenburg in Auftrag. Bernsteinschnitzer aus Kopenhagen und Danzig arbeiteten daran.
  • 1713: Nach dem Tod des Königs wurden die Arbeiten gestoppt; Friedrichs Nachfolger, der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., war kein Schöngeist und interessierte sich nicht für das unvollendete Kunstwerk. So kam die Bernsteinarchitektur ins Berliner Zeughaus und geriet dort in Vergessenheit.
  • 1716: Der russische Zar Peter I. hatte von dem Bernsteinzimmer gehört und wollte die einzigartige Innenarchitektur als Ausstellungsobjekt für seine Kunstkammer in St. Petersburg.
  • Nach einem Treffen mit Friedrich Wilhelm I., der mit Russland ein Bündnis gegen Schweden schließen wollte, erhielt der Zar das Zimmer als diplomatisches Geschenk. Im Gegenzug erhielt der Preußenkönig 55 Grenadiere von stattlicher Größe für die Soldatentruppe "Lange Kerls".
  • 1717: Anfang des Jahres wurde das "Bernstein-Getäffel" in Berlin ausgebaut und in 18 Kisten verpackt zunächst nach Memel, dann nach Riga und St. Petersburg transportiert; dort konnte das Kunstwerk allerdings nicht richtig rekonstruiert werden und so wurden die Bernsteinwände lediglich an die Wände eines Raumes gelehnt.
  • 1741: Erst mit der Thronbesteigung von Elisabeth I., der Tochter von Peter dem Großen, kam das Bernsteinzimmer wieder zu Ehren. Die Zarin ließ den Bernstein von ihrem Lieblingsbaumeister Francesco Rastrelli als Wandvertäfelung im Winterpalais einbauen, aufwendige Spiegelelemente wurden der Bernsteindekoration hinzugefügt.
  • 1745: Friedrich der Große schickte extra aus Berlin weitere Ergänzungen aus baltischem Bernstein. Nach der endgültigen Fertigstellung diente das Bernsteinzimmer der Zarin als offizieller Empfangssaal im Winterpalais.
  • 1755: Im Juli veranlasste Elisabeth I. ihren Baumeister Rastrelli, das Bernsteinzimmer in das neue Sommerschloss Zarskoje Selo einzubauen. In dem 100 Quadratmeter großen Saal musste das Gesamtkunstwerk ergänzt werden: Mit 24 Wandspiegeln aus Venedig, Edelsteineinlage, vergoldeten Leuchtern und Florentiner Mosaiken wurde es komplettiert. Die fehlende Höhe wurde ausgeglichen mit Bernsteinsockeln unter den Spiegelwänden und mit Stuckarbeiten unter der Decke, die wie Bernstein bemalt wurden.
  • 1763: Katharina die Große verlieh dem Bernsteinzimmer sein endgültiges Aussehen: Sie ließ unter anderem die Bernsteingemälde durch echte Bernsteinschnitzerei ersetzen - über einen Zeitraum von fünf Jahren wurden 450 Kilo des Ostseegoldes verbaut; zusätzlich zu den kostbaren Wandschnitzereien zierten zahlreiche Kunststücke deutscher, polnischer und russischer Bernsteinschnitzer die Vitrinen.
  • 1770: Das Bernsteinzimmer war der besondere Schmuck im Sommerpalast von Zarskoje Selo, der später in Katharinenpalast umbenannt wurde, nach Katharina I., der Ehefrau Peters des Großen. Zu Zeiten Katharinas der Großen war das Bernsteinzimmer ihr Lieblingsraum im gesamten Palast und der Katharinenpalast zugleich auch ihre Lieblingsresidenz. Fast zwei Jahrhunderte lang wurde das Bernsteinzimmer als "Achtes Weltwunder" von ganz Europa bestaunt.
  • 19. Jahrhundert: Durch hohe Temperaturschwankungen und die Ofenheizung im Schloss wurde der Bernstein zerstört und musste mehrfach restauriert werden.
  • 1941: Wegen des Zweiten Weltkriegs kam die in diesem Jahr geplante Komplett-Renovierung des Bernsteinzimmers nicht zustande. Um die Zerstörung des zerbrechlichen Bernsteins zu verhindern, entschied man sich, das Zimmer nicht wie die anderen Schätze des Katharinenpalastes zu evakuieren, sondern hängte die Wände mit Papierbahnen ab und verhüllte diese mit Baumwolle.
  • Während der Besetzung durch die deutschen Truppen wurde das Bernsteinzimmer ausgebaut und nach Königsberg gebracht, im dortigen Schloss jedoch nur teilweise ausgestellt. Der Rest blieb aus Platzgründen in Kisten. Zwei Jahre lang war das Zimmer im Königsberger Schloss zu sehen.
  • 1944: Nach der Invasion der Alliierten in der Normandie wies der Direktor der Staatlichen Verwaltung Schlösser und Gärten Berlin seinen Königsberger Statthalter, Direktor Alfred Rohde, an, das Bernsteinzimmer nach Schloss Wilhelmshöhe bei Kassel auszulagern. Die Kisten waren schon verladen, als der Befehl kam, das Zimmer in Königsberg zu belassen - um die Moral der deutschen Truppen nicht zu schwächen.
  • Vermutlich ließ Rohde 1944 einen kleinen Teil des Bernsteinzimmers in einen tiefen Keller im Südteil des Schlosses bringen. Die Original-Paneele kamen wahrscheinlich in den Bunker am Botanischen Garten in Berlin.
  • In der Nacht vom 26. zum 27. August 1944 wurde das Schloss Königsberg zerbombt. Nun setzte die Legendenbildung um das Bernsteinzimmer ein, basierend auf unterschiedlichsten Zeugenaussagen über angeblich verkohlten Bernstein in den Ruinen des Königsberger Schlosses und versteckte Kisten. Haben Schatzjäger sich am Bernsteinzimmer bereichert? Liegt es in einem Zwischenlager bei Königsberg? Oder in einem gesunkenen U-Boot? Die Legende lebt.
  • 1979: Russische Spezialisten begannen, das Bernsteinzimmer nach alten Zeichnungen und Vorlagen zu rekonstruieren.
  • 1997: Überraschend tauchten in Deutschland Stücke aus dem Original-Bernsteinzimmer auf: Ein Marmor-Mosaik und eine Empire-Kommode. Im April 2000 wurden die kostbaren Stücke an Russland zurückgegeben und stehen nun wieder im Katharinenpalast.
  • Mai 2003: Eröffnung des neuen, rekonstruierten Bernsteinzimmers im Katharinenpalast von Zarskoje Selo.

 


Restauration eines
Mythos - und Weltwunders


Bernsteinzimmer soll "wieder auferstehen"
von Judith Reitter

Das Katharinen-Palais unweit von St. Petersburg kann jetzt wieder mit dem "Achten Weltwunder" auftrumpfen: dem legendären Bernsteinzimmer. Im Zweiten Weltkrieg wurde es nach Königsberg abtransportiert und verschwand dort in den Kriegswirren. Irgendwo an der Küste Ostpreußens soll es begraben sein. Das ist zumindest eine der Theorien. Die Suche nach ihm wurde zum Mythos. Jetzt wird das neue, nachgebildete Bernsteinzimmer eröffnet.

Die Replik erstrahlt im Glanz ihres verschollenen Originals. Beim majestätischen Festakt zur Eröffnung des prachtvollen Kunstwerks sollen die Oberhäupter der G8-Staaten die Tür zum Bernsteinzimmer als erste gemeinsam durchschreiten.


Altes Foto: das historische Bernsteinzimmer

Der Schatz der Zaren

Ein Raum mit großer Geschichte, von oben bis unten in kostbarem, prähistorischem Harz getäfelt: Drei Jahrhunderte lang galt das Bernsteinzimmer als Symbol der deutsch-russischen Beziehungen. 1716 wurde es vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. dem Zaren Peter I. geschenkt; 1717 kam es nach St. Petersburg. Elisabeth I., jüngste Tochter Peters I., ließ das Bernsteinzimmer 1743 als Audienz-Raum in den Winterpalast der Zaren einbauen. Über 200 Jahre lang war das Bernsteinkabinett dann das Paradezimmer der russischen Zaren. Katharina die Große nutzte es als Spielsalon. Deshalb kam es 1755 in den Katharinenpalast in Zarskoje Selo, der Sommerresidenz der Zaren.

Die mit Bernstein belegten Holzpaneele wurden vom dänischen Meister Gottfried Wolfram, später von seinem Danziger Kollegen Ernst Schacht und Gottfried Turau, angefertigt. Ein Spiegel-Baumeister - der Italiener Rastrelli - fügte den Bernsteinpaneelen Spiegel und Kronleuchter, goldene Figuren und ein Deckengemälde hinzu. Er baute auch vier florentinische Steinmosaike ein: Sie stellten Allegorien der Sinne dar - für Sehen und Hören, für Tasten und Riechen.

So war es bis zum Zweiten Weltkrieg. 1941 dann nahm die deutsche Wehrmacht von Russland, was die Preußenkönige ihrerzeit Peter dem Großen geschenkt hatten.


Bernsteinzimmer-Motiv

Vollständige Wiederherstellung

Alte Fotos waren die Grundlage: 1986 wurde mit der Wiederherstellung des berühmten verschollenen Kunstschatzes in Leningrad begonnen. Seit zehn Jahren haben auch die Deutschen kräftig Hilfe geleistet - vor allem finanziell. Insgesamt 23 Jahre wurde an der Rekonstruktion des Bernsteinzimmers gearbeitet. Bis zu 40 Kunsthandwerker waren zeitweise daran beteiligt. 3,5 Millionen Dollar hat allein die deutsche Ruhrgas-AG für den Wiederaufbau gespendet. 80 Tonnen Bernstein wurden jährlich aus Sand und Meer gefischt. Wasserkanonen wühlten im Ostseesand nach Stücken des versteinerten Baumharzes. Nur wenige Stücke sind für Schnitzereien geeignet. Mehr als eine halbe Millionen Bernsteine vereinen sich im neuen Bernsteinzimmer zum barocken Kunstwerk. Jetzt werden noch letzte Details angefertigt - dann ist das Werk vollendet: die vollständige Wiederherstellung anhand fotografischer Aufnahmen von 1930.

»Im Prinzip gleicht das neue Bernsteinzimmer dem alten wie ein Ei dem anderen.« (Alexander Krylow, Leiter der Bernstein-Werkstatt)

"Im Prinzip gleicht das neue Bernsteinzimmer dem alten wie ein Ei dem anderen. Allerdings wissen wir nicht ganz genau, ob alle Farbtöne stimmen. Es geht ja um winzige Kontraste. Dafür reichen die Fotos nicht ganz aus", so Alexander Krylow, Leiter der Bernstein-Werkstatt.

Die Kunst des Bernsteinschnitzens

Ein ausgestorbener Berufszweig wurde durch die Rekonstruktion wiederbelebt - die Kunst des Bernsteinschnitzens. Mit der Vollendung des Bernsteinzimmers endet jetzt die über zwanzigjährige Arbeit - ein halbes Berufsleben. "Wir wissen noch nicht, was werden soll. Viele haben die Hoffnung, dass wir mit Souveniren aus Bernstein weitermachen können. Mancher Besucher möchte vielleicht ein Stück aus der berühmten Werkstatt des Bernsteinzimmers mit nach Hause nehmen. Wir müssen abwarten, ob das funktioniert", so der Bernsteinschnitzer Oleg Muraschow.

Mythos und Krimi um das Original

Als die Repliken fertig waren, tauchte plötzlich 1997 in Bremen ein Mosaik aus dem Original wieder auf. Dessen Herkunft ist noch immer unklar. Eine einmalige Vergleichsmöglichkeit für die restaurierenden Steinschneider: Auf der Replik ist z.B. ein gelbes Schultertuch zu sehen - auf dem Original aber ist es bläulich. Beide Mosaike werden nun im neuen Bernsteinzimmer zu bewundern sein. Und es geht weiter: Vor kurzem ist auch eine verschollene Kommode zurückgekehrt, sie tauchte plötzlich im Berliner Kunsthandel auf. Was kommt als nächstes?

Die Hauptattraktion aber bleibt der Bernstein selbst. Nur drei Zentimeter messen die kleinsten Miniaturen. Mit Silber unterlegt erstrahlt der Bernstein in hellem Glanz.
klappe0601300.htm


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Rekonstruktion des Bernsteinzimmers abgeschlossen

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des Bernsteins:
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Chronologie der Wiederherstellung des Bernsteinzimmers

Häufig gestellte Fragen
zur Wiederherstellung
des Bernsteinzimmers

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letzte Änderung 06.05.2004



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