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Sankt Petersburg feiert 300. Geburtstag


Sa, 31.05.2003

Nirgendwo auf der Welt habe es jemals eine grandiosere Geburtstagsfeier gegeben, sagen die Russen zu den Feierlichkeiten anlässlich des 300-jährigen Stadtjubiläums. Mehr als 40 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt hatte Russlands Präsident Putin eingeladen. Auch Bundeskanzler Schröder war am Freitag angereist. Kultureller Höhepunkt: Putin und Schröder übergaben das legendäre, nun rekonstruierte Bernsteinzimmer im Katharinen-Palast feierlich der Öffentlichkeit. Der EU-Russlandgipfel war der politische Event. Am Rande des Abendessens am zweiten Tag begrüßte der amerikanische Präsident Bush Bundeskanzler Schröder freundlich.


Gala-Konzert im Mariinski-Theater


Petersburg empfängt seine Gaeste


Vom 23. Mai bis 1. Juni 2003 findet ein zehntägiges Festprogramm zur Feier des 300. Gründungstages früheren russischen Hauptstadt Sankt Petersburg statt. Präsident Wladimir Putin hat über 40 Staats- und Regierungschefs der G 8, der Europäischen Union, der EU-Beitrittsländer, der GUS-Staaten, Chinas und Indiens dazu eingeladen.

Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder ist am 30. Mai nach Petersburg gereist. Erster Punkt des Programms war die Übergabe der Skulptur "Die Nase" durch den Künstler Jörg Immendorf und Bundeskanzler Schröder an die Stadt Sankt Petersburg.

Am Abend des Tages erwartete die Gäste ein Gala-Konzert im Mariinski-Theater und eine Schiffsfahrt auf der Ostsee.

Präsident Putin erklärte am Rande der Feierlichkeiten, Sankt Petersburg solle eine Brücke zwischen Russland und einem unabhängigen Europa bilden. Er ergänzte, wenn Europa ein selbständiger Machtpol in der Welt werden wolle, seien gute Beziehungen zu Russland der kürzeste Weg dorthin. Dieses Bild eines Fensters zu Europa greift die Idee des Stadtgründers auf, Zar Peter I. Er ist verantwortlich dafür, dass Sankt Petersburg die europäischste aller russischen Städte ist.


EU-Russlandgipfel


Auf dem zweitägigen Programm fand am Vormittag des 31. Mai ein zweistündiger EU-Russland-Gipfel statt. Die zukünftigen Beziehungen Russlands zur EU sind dort erörtert worden. Erstmalig nahmen alle Staats- und Regierungschefs der 15 EU-Mitglieder und der Länder, die der Union im nächsten Jahr beitreten, teil.

Vier gemeinsame Räume gilt es mit Russland zu entwickeln: Gemeinsamer Wirtschaftsraum, gemeinsamer Raum der Sicherheit und Justiz, der Zusammenarbeit in der äußeren Sicherheit und der Forschung und Bildung einschließlich der Kultur. Auch ueber Tschetschenien wird gesprochen werden.


Bernsteinzimmer der Öffentlichkeit übergeben


Später am Tag haben Präsident Putin und Bundeskanzler Schröder gemeinsam das legendäre Bernsteinzimmer feierlich wieder eröffnet. Das Bersteinzimmer im Katharinen-Palast der russischen Zaren galt wegen seiner Schönheit über Jahrhunderte als "Achtes Weltwunder". Im Jahr 1716 schenkte der preußische König Friedrich Wilhelm I. die kostbar geschnitzten Wandtäfelungen aus Bernstein dem Russischen Zaren Peter I. als Zeichen der Freundschaft.

Deutsche Wehrmachtsoldaten montierten 1941 das Zimmer ab und verschleppten es ins Schloss von Königsberg, dem heutigen Kaliningrad. Einige Kunsthistoriker vermuten, dass dort ein Großteil des Zimmers bei einem Brand vernichtet wurde. Gleichwohl gibt es bis heute Spekulationen und Theorien über den Verbleib des Bernsteinzimmers.

Russische Restauratoren haben jetzt nach mehr als 20 Jahren aufwändiger Kleinarbeit ein neues Bernsteinzimmer als wissenschaftlich exakte Kopie des Originals geschaffen.


 

EU und Russland rücken enger zusammen


Sa, 31.05.2003

"Ich hoffe, die Welt ist wieder enger zusammen gerückt", sagte Bundeskanzler Schröder nach dem EU-Russlandgipfel. Dieser Satz schliesst nicht nur die Beziehungen Russlands zur Europäischen Union ein, sondern die gesamte 300-Jahrfeier Sankt Petersburgs mit ihren prominenten Gästen. Trafen sich doch das erste Mal die Gegner und Befürworter des Irak-Krieges zu einem gemeinsamen Gipfel. Auch Bundeskanzler Schröder und der amerikanische Präsident George W. Bush sahen sich bei einem Abendessen und gaben sich die Hand.


Putin begrüßt Schroeder

Am Samstag, 31. August 2003, hat in Sankt Petersburg der EU-Russlandgipfel im Mittelpunkt der 300-Jahrfeier gestanden. Anders als sonst bei diesen Gipfeln empfing der russische Präsident Wladimir Putin nicht nur die so genannte Troika, bestehend aus dem Präsidenten der Europäischen Kommission, den Außenbeauftragten der Europäischen Union (EU) und den amtierenden EU-Ratspräsidenten. Der Gastgeber hatte diesmal alle Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union und der Beitrittskandidaten in den prachtvoll renovierten Konstanin-Palast geladen - insgesamt 25.


"Die Welt ist wieder enger zusammen gerückt"


Bundeskanzler Gerhard Schröder äußerte sich nach dem zweistündigen Treffen sehr zufrieden über die Beziehungen, die sich zwischen Russland und der EU entwickelten. Es sei eine gemeinsame Erklärung beraten und verabschiedet worden, die wesentliche Punkte einer künftigen Zusammenarbeit festhält. Russland hat sich im Vorfeld gesorgt, nach der EU-Erweiterung im Jahr 2004 vor allem wirtschaftlich isoliert zu werden.

Schröder gab dem ersten großen Gipfeltreffen nach dem Irak-Krieg ein großes Kompliment. Die Bedeutung des Gipfels ginge weit über die 300-Jahrfeier hinaus. Mit Blick auf die alten Meinungsverschiedenheiten zur Lösung der Probleme im Irak sagte er: "Ich hoffe, die Welt ist wieder enger zusammen gerückt." Es ginge jetzt nicht mehr darum, "Zeitgeschichte abzuarbeiten." Man müsse jetzt nach vorn schauen, so der Kanzler.

Putin hat sich für den visafreien Reiseverkehr in Europa eingesetzt. Der Kanzler sagte dazu, Russland werde in der Abschlusserklärung eine langfristige Perspektive gegeben, an der neuen Grenze einer erweiterten Union künftig ohne Trennlinie zu leben. "Es wird eine Perspektive geschaffen, noch nicht mehr."


Gemeinsamer Raum der Wirtschaft, Sicherheit, Forschung und Bildung


Künftig wird die EU und Russland vier gemeinsame Räume entwickeln: Einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, Raum der Sicherheit und Justiz, der Zusammenarbeit in der äußeren Sicherheit sowie der Forschung und Bildung.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die EU und Russland auch eine neue Form der Zusammenarbeit vereinbart. Der schon existierende Kooperationsrat wurde in einen "Ständigen Partnerschaftsrat" umgewidmet. Dieser wird sich jetzt regelmäßig treffen und Zielvereinbarungen formulieren.

Weiterer Punkt waren die Gespräche zur Umweltpolitik. Schröder zeigte sich optimistisch: "Mein Eindruck ist, Russland will das Kyoto-Protokoll bald ratifizieren."


Tschetschenien-Konflikt


Die Staats- und Regierungschefs nahmen das Ende März von der Russischen Förderation abgehaltene Referendum in der Republik Tschetschenien zur Kenntnis. Sie boten Russland Hilfe bei der Lösung des Konflikts an.

"Wir brachten unser Hoffnung zum Ausdruck, dass der vor kurzem eingeleitete Prozess sowie die wirtschaftliche und soziale Umstrukturierung zur Wiederherstellung des Rechts und damit zum Schutz der Menschenrechte sowie zu einer echten Aussöhnung in Tschetschenien führen werden. Wir verurteilen jede Art von Gewalt, insbesondere terroristische Gewalttaten, die die Aussichten auf eine politische Lösung gefährden können", heißt es in dem Kommunique.




Frankreichs Staatschef Chirac und der deutsche Kanzler beim Tete-a-tete während des EU-Russland-Gipfels in St. Petersburg

Russlands Präsident Wladimir Putin im vertraulichen Gespräch mit Konstatinos Simitis, dem griechischen Premierminister, während des EU-Russland-Gipfels in St. Petersburg

Schauen sie sich an oder übereinander hinweg? Der britische Premier Tony Blair, Frankreichs Präsident Jacques Chirac und der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi

Cherie und Tony Blair in St. Petersburg

Italiens Premierminister Silvio Berlusconi auf dem Weg in die Isaac's Kathedrale in St. Petersburg

Polizei-Offiziere halten Wache bei einem Konzert vor dem Platz des Winterpalstes

Der Konstantin-Palast: Das Schloss im Vorort Strelna war noch vor zwei Jahren eine zugewucherte Ruine. Die Renovierung kostete über 300 Millionen Euro: Hier tagt Putin mit seinen 40 Kollegen der G8-, EU- und GUS-Staaten sowie Indiens und Chinas.

Prunk aus alten Zeiten, kombiniert mit moderner Technik: Einer der Tagungsräume im Konstantin-Palast.

Die Gästehäuser für die europäischen Staats- und Regierungschefs, in unmittelbarer Nähe des Konstantin-Palastes.

Sicherheit wird groß geschrieben: Ein Soldat checkt das Gelände rund um den Konstantin-Palast, wo der G8-Gipfel stattfindet.

Unter Regenschirmen tragen Kellner im Rahmen der 300-Jahr-Feier in St. Petersburg Champgnergläser durch den Park. Gedacht waren die Getränke für die rund 40 Staats- und Regierungschefs

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2003 Spezial:
Sankt Petersburg und
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Sankt Petersburg feiert
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EU und Russland rücken enger zusammen

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Rekonstruktion des Bernsteinzimmers abgeschlossen

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Die zweite Geburt des Bernsteinwunders

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Chronologie der Wiederherstellung des Bernsteinzimmers

Häufig gestellte Fragen
zur Wiederherstellung
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letzte Änderung 06.05.2004



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