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Deutsche in Wjatka/KirovKonferenz 1998deutsch
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stadtl.html
© E.N.Tschudinowskich (Kirov)

Deutsche Persönlichkeiten der Stadt Wjatka in sowjetischen Zeiten


Drei unter den Leitern der Stadt Wjatka in der sowjetischen Zeit schrieben in ihren Fragebögen unter dem Punkt "Nationalität" "Deutscher". Das waren der verantwortliche Sekretär des Stadt- und Bezirkskomitees der Allrussischen Kommunistischen Partei der Bolschewiki in der Zeit vom August 1930 bis zum April 1931 Alexander Iwanowitsch Fischer, der Vorsitzende des Wjatkaer städtischen Exekutivkomitees Wassilij Wassiljewitsch Schmidt (September 1932 - Dezember 1933) und der ihn in diesem Posten ersetzte Iosif Iwanowitsch Bartaschek (Dezember 1933 - März 1943).

Außer der Nationalität vereinigten sie ähnliche politische Einsichten und Überzeugungen, ihre Tätigkeit aus den ersten städtischen Positionen in den 1930-er Jahren, was ihren Beitrag zur Stadtentwicklung entsprechend der gesamtstaatlichen Politik bestimmte. Zwischen den Fragen, die unter ihrer unmittelbaren Leitung gelöst wurden, sind Fragen des städtischen kommunalen Wohnungs- und Sozialkulturellen Aufbaus, die Entwicklung der Neuererbewegung, Gewinnung der Frauen für betriebliche Tätigkeit, Kollektivierung der Landwirtschaft, Liquidierung des Analphabetentums und der Kinderobdachlosigkeit, des Schließens von Kirchen und der Nutzung von Kirchengebäuden. Alle drei wurden 1938 während der politischen Massenrepressalien durch das NKWD (Volkskommisariat des Inneren) verhaftet und bekamen einen Modeschuldbruch von damals - Beschuldigt als Spionen. Fischer zugunsten Lettlands, Schmidt - Polens und Bartaschek - Österreichs. Fischer und Schmidt wurden freigesprochen, in der Gerichtsverhandlung sagten sie ihre vom heutigen Standpunkt ganz und gar törichten Spionage- und Sabotage-Erklärungen ab. Sie konnten beweisen, dass diese Aussagen unter einem gewissen Druck gemacht worden waren (wie das vor sich gegangen war, konnte man ahnen), und Bartaschek wurde als "Agent des österreichischen Aufklärungsdienstes" erschossen (rehabilitiert 1990, weil es nach dem Rehalitierungskomissionsbeschluss hieß - "In der (Straf)sache gibt es keine objektiven Beweise seiner verbrecherischen Tätigkeit".)


Verschiedene Wege hatten sie auf den Boden Wjatkas geführt


Bild: Alexander Iwanowitsch Fischer
    Alexander Iwanowitsch Fischer wurde am 7.Juli 1889 in der Stadt Zesis der Ronenburger Wolost des Ujesd Wenden des Gouvernements Livland in der Familie landwirtschaftlicher Arbeiter geboren, beendete eine dreiklassige Landschule und eine Klasse der kirchlichen Dorffachschule. Mit 12 Jahren verließ er sein Haus in Wenden und begann als Arbeiter in einer Druckerei. Ein Zitat aus seinem Lebenslauf: «In der Druckerei begann ich seit Oktober 1914 zu arbeiten. Von hier aus wurde ich, weil der Imperialistischen Krieg begonnen hatte, als deutscher Staatsbürger wurde nach Wjatka unter die polizeiliche Aufsicht verbannt."

In Wjatka war er Arbeiter, Verpacker in einer Werkstatt für Lehrmittel, Registrier von Materialien am Bahnhof Wjatka 2. 1919 trat er in die kommunistische Partei ein, führte die Parteiarbeit als Sekretär der lettischen Sektion in der Stadt Wjatka durch, und nachdem sie sich praktisch selbst aufgelöst hatte in Zusammenhang mit der Fahrt der Letten in die Heimat, wurde er Leiter eines lettischen Klubs.

Der Dienst als Bevollmächtigter für Belieferung der Roten Armee in der Stadt Orlov und als Chef einer Lebensmitteleinheit sind weitere Etappen seiner Tätigkeit. 1922 wurde Fischer zum Mitarbeiter der TscheKa, genauer - zum Bevollmächtigten und Chef der Abteilung für politische Arbeit des NKWD für die Stadt Wjatka.

Er war bekannt als einer der Organisatoren der Kinderbewegung in der Stadt und einer der Lieblingskinderleiter jener Zeit. Die Tschekisten hatten die Patenschaft über ein Waisenhaus "F.E.Dzierzynski" inne. Alexander Iwanowitsch stiftete eine der ersten Pioniereinheiten in der Stadt. Seit 1924 war Fischer Vorsitzender des Gouvernementsbüros der jungen Pioniere im Wjatkaer Gouvernementskomitee des Allsowjetischen Leninschen Kommmunistischen Jugendverbands.

Seit 1926 leitete er Parteiarbeit. Seit August 1930 bis April 1931 führte er den Vorsitz im Wjatkaer städtischen Komitee der Partei. Eine der Hauptseiten seiner Tätigkeit in jener Zeit war die Arbeit in der Kollektivierung der Landwirtschaft im Wjatkaer Bezirk darunter auch die Organisation der Aussiedlung von Großbauern im Frühling 1931. Im Zentrum für Dokumentation der neuesten Geschichte der Region Kirov gibt es Protokolle der Sitzungen der Dreierkommission für Deportierung von Großbauern, darin finden wir auch den Namen von Alexander Iwanowitsch.

Danach arbeitete er als Chef der politischen Abteilung einer Maschinen-Traktoren-Station in Jaransk, und 1937, in der Spitzenzeit der politischen Repressalien, wurde er zum Mitarbeiter des NKWD in Moskau. Das blieb er jedoch nicht lange, weil recht schnell bekannt wurde, dass er im Ausland Verwandte hatte. (Seine Schwestern lebten damals in Deutschland.) Praktisch ein Jahr danach, 1938, wurde er selbst zum Opfer von Repressalien. Nach der Freilassung, vollständigem Freispruch und der Herstellung der Parteimitgliedschaft seit 1940 beschäftige er sich mit der wirtschaftlichen Tätigkeit.

Aus der Geschichte ist am meisten seine Pioniertätigkeit bekannt. Bis zum Lebensende (er starb 1978) erinnerte er sich mit Vergnügen daran: als «Ehrenpionier», mit dem Abzeichen des Zentralrates der Allsowjetischen Pionierorganisation "Für aktive Arbeit mit Pionieren" ausgezeichnet worden zu sein. 1967 wurde er mit dem Orden des Roten Arbeiterbanners ausgezeichnet.



Bild: Wassilij Wassiljewitsch Schmidt
    Wassilij Wassiljewitsch Schmidt wurde in Wjatka im Juni 1900 geboren. (Sein Vater war gebürtiger Kurländer.) Er arbeitete als Meister in den Wjatkaer Eisenbahnwerkstätten. Nach dem Abschluss der Wjatkaer Realschule begann Wassilij Wassiljewitsch in derselben Werkstatt zu arbeiten. Danach leistete er den Wehrdienst, trat in die Partei ein und arbeitete seit 1926 als Leiter der Kulturabteilung des Komitees der Einsenbahnergewerkschaft, stellvertretender Leiter der Kulturabteilung des Gouvernementsgewerkschaftsvorstandes, Sekretär der Einsenbahnhauptwerkstätten, u.s.w.

Ab 1931 war er stellvertretender Vorsitzender und danach Vorsitzender des Wjatkaer Exekutivkomitees, 1934-1935 arbeitete er als Chef des Baus einer Werchnekamsker Phosphoritengrube und 1935-1938 als Vorsitzender des Präsidiums des Kirover regionalen und Gebietsindustrierates. 1938 wurde er kurz inhaftiert. Nach seiner Freilassung und der Herstellung der Mitgliedschaft in der Partei im Dezember 1939 wurde er Leiter der Abteilung für Brennstoffe am Kirover regionalen Exekutivkomitee, der Trikotage- und Handschuhvereinigung, an der Bäckerei 5. Er starb 1977.

Iosif Iwanowitsch (oder Iogannowitsch) Bartaschek wurde 1875 im Dorf Iedli (Gebiet Mähren, Österreichungarn) in einer Bauernfamilie geboren. Über seine Nationalität heißt es in seiner Personalakte: Großvater (väterliche Seite) - Tscheche, Vater - Deutscher, Mutter - Deutsche, seine eigene Nationalität - «Deutscher, Muttersprache Deutsch». Er absolvierte ein Gymnasium, war Abgestellter einer Zuckerfabrik und einer Brauerei in Österreichungarn. 1905 trat er in die Partei der österreichischen Sozialdemokraten ein. 1908 wurde er nach Petrograd als Meister der Russisch-Österreichischen Manufaktur versetzt. Die letzten 4 Jahre in der Manufaktur war er ihr Verwalter. Nach der Stilllegung des Betriebs 1918 wegen des Fehlens von Rohstoffen suchte er nach der Arbeit und kam ins Gouvernement Wjatka.

Er war Ujesd-Lebensmittelkommissar in der Stadt Sowjetsk des Gouvernements Wjatka (1918-1921), wurde mobilisiert als Mitglied des Revolutionstribunals in Tjumen in Lebensmittelfragen (1921-1922), danach wurde er Steuerinspektor im Dorf Woshgaly des Gouvernements Wjatka. 1920 trat er in die AKP der Bolschewiki ein. Weiter arbeitete er als Leiter einer Konditorei, dann einer Wurstfabrik in der Stadt Wjatka, als Chef der Industrieabteilung der Wjatkaer Zentralen Arbeiterkooperative, Direktor des Maschinenwerks in Belaja Choluniza, der Fabrik für Unterrichtshilfsmittel und des Baumaschinenwerks in Wjatka. Vom Dezember 1933 bis März 1934 war er Vorsitzender des Wjatkaer städtischen Exekutivkomitees. Danach bekleidete er eine Reihe Posten in der Wirtschaft: Stellvertretender Direktor des Kirower Kombinats "Iskosh" (Kunstleder), Direktor der Kirower Bierbrauerei, Verwalter des Kirower Nahrungsmitteltrusts.

Im Februar 1938 wurde er aus der Partei ausgeschlossen, verhaftet und nach dem Beschluss der Sonderdreien beim NKWD der Region Kirov im September 1938 erschossen.

Anmerkungen
S. den russischen Text

Übersetzung. Arkadi Makarov. - Kirov (Russland), 1999.


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ethnisch.html
© I.Ju.Truschkowa (Kirov)

Besonderheiten der ethnischen Geschichte und der Bewahrung von Traditionen bei den in der Region Kirov lebenden Deutschen


Pläne der Ethnografen, der Mitarbeiter des Kirower Regionalen landeskundlichen Museums sehen die Erforschung verschiedener ethnischer Gruppen vor, die in der Region leben, Zusammenstellung von Museumsgegenständesammlungen,, die Momente ethnischer Geschichte, der Kultur und des Alltags widerspiegeln, Ansammlung von ethnischer Information, Foto- und Videoaufnahmen. Bestimmte ethnografische Materialien sind auch über die deutsche Bevölkerung gesammelt worden.

Deutsche, die auf dem Territorium der gegenwärtigen Region Kirov leben, gehören nicht zu den autochtonen ethnischen Gruppen. Und wenn bis vor dem 20. Jahrhundert Vertreter dieser Nation (vor allem Ingenieure, Ärzte usw.) keine einheitliche Gruppierung ausgemacht haben, so entstehen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts Kreise mit ihrem ziemlich einheitlichen Aufenthalt. Ethnische Charakteristiken der gegebenen Bevölkerung werden apart aufbewahrt. Bestimmt hat das Aufbewahren vom Traditionellen und das Entstehen der Innovationen in ihrer Kultur der Zwangscharakter ihrer Übersiedlung beeinflusst.

In den 1940er Jahren wurden nach dem Regionskreis Werchne-Kamski der Region Kirov Deutsche von den Shitomir- und Odessa-Umgebungen gebracht 1. In der Ukraine hielten sie an bestimmte Traditionen des Wirtschaftens, des Wohnungsbaus, natürlich hatten sie eine Spezifik in den Kleidern, im Alltag, der Religion, Festlichkeiten. Nach den Erinnerungen der Bewohner der Siedlung Oshmegowo «gab es von uns in der Ukraine ein ganzes deutsches Dorf. Vieles machte man: Terpentin, Boxkalfstiefel, es gab eine Scheiderwerkstatt, Wollschlägerwerkstätten, Töpfe machte man, es gab Gemüsegärten...» Mit dem Rücktritt der faschistischen Armee wurden sie nach Deutschland transportiert (»... wir sind freiwillig gefahren...»), dort arbeitete man im Gut von Paulus, in seiner Wirtschaft. «Alles war apart, Pferdeställe und Schweineställe». Als die sowjetische Armee nach Deutschland gekommen war, wurde diese zu betrachtende Gruppe nach dem Osten gebracht, nicht aber in die Ukraine, sondern nach Pinüg, wo sie 1946-1947 in einem Lager lebten. Aus den Erinnerungen:»... rundherum Wald, der Zaun war hoch, an den Ecken Türme, und auch in der Mitte einer. Uns brachte man hierher, das Tor wurde aufgemacht, und dort, lieber Gott, und Russen, und Ukrainer, und Deutsch, und wen es dort nicht gibt. Das Tor ging zu, und alles. Wölfe heulen. Ein Pferd ist einmal ausgebrochen (eine Sowchose gab es hier), und es wurde durch Wölfe gefressen...»

Von der traditionellen «Sachenwelt» wurden nur einzelne Kleider- und Alltagsgegenstände von den Deutschen in die Region Kirov mitgebracht, eine breite Herstellung ähnlicher Dinge gab es an diesem neuen Lebensort nicht. Ein Teil traditioneller Gegenstände war unterwegs und im Lager verlorengegangen. «Hierher fuhren - Klamotten, Dokumente waren im Sack. Und dies auch wurde gestohlen. Vati ging erfahren, mit welchem Transport wir weiter gebracht werden. Und wir sitzen auf diesem Sack. Da kam ein Onkel. Hob uns, den Sack auf die Schulter und weg...» Später tauschte man etwas von der besonders wichtigen Kleidung gegen Lebensmittel aus:»... das Kleid, worin sich meine Mutti heiratet hatte, bewahrte ich immer wieder auf. Und dann, das war 1943 oder 1944 gab es für einen Sack Kartoffeln. Es war so hell. Orange. Und hier, an der Brust, breite braune Spitzen, breite... Watte? - Unterschulterteile gab es...»

Spezifisch werden auch Traditionen des Wohnbaus hergestellt. Im Prinzip läuft ein Adaptierungsprozess nicht an die Traditionen der örtlichen Bauernschaft, sondern die Aneignung und Verbesserung von Wohnhäusern des 20. Jahrhunderts: in der Nachkriegszeit - Baracken, später nach der Abfahrt von ehemaligen Großbauern - ihre Häuser, heutzutage - sogenannte «finnische Häuschen». Neben den letzten befinden sich heute Sommerküchen, gute Bauten und Umzäunung fürs Vieh, Hühnerställe, Obstgärten. Außer der gewöhnlichen gebraucht man auch die Begießung mit Hilfe von verschiedenen Schläuchen und Ausrüstungen. In den Obstgärten werden «Kohl, Tomaten, Stoppelrübe» gezüchtet. Außerdem sowohl die einheimische Bevölkerung als auch die Deutsche setzen viel Kartoffeln, Zwiebeln usw. Die Änderungen der Baupraxis betreffen vor allem Details. Es unterscheiden sich die Griffe bei dem Abdichten von Fugen zwischen den Reihen bei Badehäusern, Sommerküchen (es gibt inwendiges zusätzliches Verschmieren mit Ton), inwendig wird an die Wände von Sommerküchen Stukkatur angebracht, ziemlich oft wird der Ofen gebleicht. Tontöpfe und andere Gefäße trocknet man in der umgekippten Stellung in der Küche oder am Zaun nicht weit davon.

Für den Schmuck von Interieurgegenständen gebraucht man Analogien mit ukrainischen Kissenbezügen, Tischdecken; als Andenken bewahrt man Handtücher auf. Es werden viele gebläute und gebleichte Gegenstände des Gewebeinterieurs und der Kleidung verwendet. Sehr verbreitet ist das Schmücken durch Näharbeit, Stickerei von Kissenbezügen, Spitzenrändern; dabei hat diese Stickerei eine helle, gelb-orange Schattierung. Es werden sorgfältig alte Fotos aufbewahrt, darunter auch die der Hochzeit (»... und auf diesem Foto heiraten wir...»).

Eine traditionelle Tracht ist nicht erhaltengeblieben. Es werden ausgerechnet Erinnerungen an die häusliche Herstellung von Röcken, Sweaters in der Ukraine festgehalten. Es zieht auf sich die Aufmerksamkeit die Regel, sich besonders ordentlich anzukleiden, sogar die Arbeitskleidung wird mit weißen oder gelben Kragen erweitert. Akkurat, sogar auch einigermaßen feierlich kleiden sich ältere Menschen an. «Und noch lebt bei uns Franja, Franziska Merkl, sie ist 86 Jahre alt, und kleidet sich sauber, schön...»

Zugleich mit den eigenhändig gemachten werden im Alltag auch Dinge örtlicher Herstellung gebraucht. (»... hier bei den Einheimischen kaufen wir Bastschuhe, sie sind aus «Nike», auf deutsch sind es auch Bastschuhe. Die hatte das Volk, welches hier gelebt hatte. Wir kauften dies von ihnen und gingen so. Möbel, ein Spinnrad hat mir Lobanov gemacht, er war verbannt, scheint aus Gorki. Ein anders Spinnrad hat mir mein Man aus Kasachstan gebracht, und danach kaufte er auch ein elektrisches.»)

Auf dem Gebiet des geistlichen Lebens entstand das Spezifische vor allem in der Aufrechterhaltung der Sprache. Die ältere Generation kennt die Sprache und spricht sie, russisch spricht sie mit dem deutschen?/ukrainischen? Akzent, dabei auch nicht selten mit Schwierigkeiten. Dit mittlere Generation versteht Deutsch, im Gespräch mit den Älteren aber beantwortet die Fragen russisch. Die Jüngeren begrenzen sich darauf, dass sie Deutsch an der Schule lernen.

Die Vorstellung von einem richtigen Leben ist mit der Qualitätsarbeit verbunden. Ebenso werden Kinder und Enkelkinder erzogen:»... Enkelinnen sind bei uns gut, Bräutigame brauchen wir auch gute. Gut heißt kulturvoll, erzogen benimmt sich, gut arbeitet, den Eltern hilft und selbst stammt aus einer guten Familie. Enkelinnen sind jung, sie helfen, den ganzen Tag arbeiten sie. Eine ist nach Kirov gefahren, um immatrikuliert zu werden. Nur eins, deutsch kann sie schlecht...»

Aus dem Komplex von familiären Kalenderbräuchen wird am meisten der Beerdigungsritus gehalten. Die Altwohnenden erinnern sich daran, dass man einen «auf eigene Art» beerdigt hätte.:».. Da stirbt ein Mensch, man sitzt drei Tage zu Hause, singt, so ist es bei uns... Russen kommen und wundern sich, der Mensch sei gestorben, und die singen. Ein Pastor muss singen. Wir haben ihn nicht. So jener, der Gebete kennt, liest Psalme... Alte sind wenig geblieben, welche Lieder kennen. Ein Zeit lang durfte man sich nicht versammeln um zu singen, so machte man das insgeheim...»

Es ist auch interessant, dass die Russen zu den Deutschen in den 1960-1970er Jahren wegen religiösen Singens kamen: »Jugend, vielleicht Sektanten...», sie sangen ihre Lieder in der Begleitung von modernen Instrumenten und auf damals populäre Motive.

Mit den 1950-er Jahren beginnend, wenn man entsprechende Begrenzungen für die deutsche Bevölkerung abzuschaffen begann, fuhren die Vertreter der jungen und älteren Generation nach dem Ural usw. Es werden auch Verbindungen mit Deutschland heutzutage unterhalten, man steht im aktiven Briefwechsel, obwohl man anstelle vom Telefon die Verbindung mit der Siedlung bis jetzt immer noch durch Radio unterhält. Die ältere Generation ist schwer sich zu bewegen:»Jetzt sind bei mir hier Mutti, und Vati, und Bruder, und Schwiegertochter gestorben. Wohin muss ich fahren?»

Der oben besprochene Zustand der traditionellen Kultur der Deutschen aus der Ukraine, die ziemlich komplett im Ragionskreis Werchne-Kamski der Region Kirov leben, entspricht dem gemeinsamen Strom von modernen ethnischen Prozessen in zahlenmäßig begrenzter Diasporen, die sich weit vom grundethnischen Bestand befinden.

Anmerkungen

Hier und weiter Materialien des Wissenschaftlichen Archivs des Kirower regionalen landeskundlichen Museums, Aktensache 326, und auch Feldmaterialien des Autors.

© Deutsche Übersetzung. Arkadi Makarov. - Kirov (Russland), 1999.


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musik1.html
© T.A.Grudenkowa (Kirov)

Deutsche und österreichische Musik in Wjatka
(19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, an der Jahrhundertwende)


Die deutsche und österreichische Musik kam nach Wjatka durch Musikliebhaber, was in erster Hälfte des 19.Jahrhunderts in Familienkreisen der gebildeten Schicht in der hiesigen Gesellschaft weit verbreitet war: unter Staatsangestellten, Mitgliedern des Gerichts, den Adligen, der Intelligenz.

Bereits in der Mitte des 19.Jahrhunderts erklärten «Wjatkskije Gubernskije Wedomosti» (Wjatkaer Gouvernements Nachrichten) Wohltätigkeitskonzerte fürs breite Publikum als hervorragende Neuigkeit im städtischen Kulturleben. Die Werke von L. van Beethoven, W.A.Mozart, ?.?.von Weber, R.Schumann waren sehr beliebt.

Bedeutend lebendiger wurde das städtische Musikleben in den 70-er Jahren durch den Bau eines Theaters. Unter den ersten stand auf seinem Spielplan "Der Freischütz" ?.?. von Webers.

Das Theater diente auch als ein Konzertsaal. Die Gesellschaft der Besitzer des Theater- und Konzertsaals und der Musikalische Zirkel, in den 80-er Jahren gegründet, entfalteten eine aktive Tätigkeit in der Organisierung von Gastspielen in Wjatka und der Durchführung von Musik- und Poesieabenden mit eigenen Kräften.

Das musikalische Leben der Gouvernementshauptstadt zog Berufsmusiker an, die sich in Wjatka für ein paar Jahre, nicht selten aber auch für ihr Leben niederließen. Der Tenorsänger N.A.Preobrashenskij, zu seiner Zeit bekannt als Darsteller der Hauptrolle in R.Wagners Oper "Lohengrin" auf der Bühne des Bolschoj-Theaters, gehört zu einem der vielen Musiker, die sich in Wjatka niederließen. Zu erwähnen ist auch der Geiger M.N.Sinizyn, der das Petersburger Konservatorium absolvierte und der es verstand, die Musik ins Land hinauszutragen (Gastspiele in Sibirien, dem Fernen Osten und Japan). Diese Musiker waren Wegbereiter der Berufsmusiker in Wjatka.

In den 90-er Jahren fuhr der Sohn eines Wjatkaer Kaufmanns W.A.Senilov nach Leipzig, um dort bei Hugo Riemann, einem großen Musiktheoretiker und -historiker zu lernen. H.Riemann führte seinen Schüler (übrigens den einzigen Russen) sowohl in die wissenschaftliche Arbeit als auch in die Leipziger Musikkreise ein, wo Richard Strauß den größten Einfluss auf den jungen Wjatkaer ausübte. W.A.Senilov begann als einer der ersten in Russland über R.Strauß zu schreiben und um sein Schaffen zu werben.

Zu Beginn des 20.Jahrhunderts bekam das Wjatkaer Musikleben eine neue Richtung. 1916 eröffneten unermüdliche Enthusiasten eine örtliche Abteilung der Kaiserlichen Russischen Musikgesellschaft, was eine breitere und offizielle Unterstützung bei der Errichtung von Musikklassen zur Folge hatte.

Eine Gruppe Gleichgesinnter schloss sich zu einem musikpädagogischen Berufskollektiv zusammen, dem es gelang, eine Musikschule zu errichten und in den 30-er Jahren - eine Musikfachschule (heute Kunstfachschule).

G.A.Rylov, M.N.Sinizyn, A.A.Rumjanzev, K.S.Sorokin, B.D.Kublanov, I.W.Kasenin und andere Musiker legten weitsichtig die musikalische Klassik Deutschlands und Österreichs zur Grundlage einer beruflichen Ausbildung in Wjatka. Darin ist die ganze musikalische Sprache enthalten, alles, was eine Musikrede ausmacht. Ohne I.S.Bachs, W.A.Mozarts, L. van Beethovens Schaffen zu erforschen und sich anzueignen, ist es nicht möglich, einen Berufsmusiker auszubilden. Und die Aneignung dieser Grundlage bietet einem den Zugang in andere nationale Musikstile.

Es vergingen Jahre bedächtiger pädagogischer Arbeit. Die persönlichen Kontakte, die Reisen von Wjatka-Musikern ins Ausland blieben karg. M.I.Myschkina und E.I.Ergina wurden im Leipziger Konservatorium ausgebildet, sie widmeten ihr Leben einer unermüdlichen pädagogischen Tätigkeit in Wjatka-Kirov.

Heute setzt Sofia Chorobrych in Deutschland (Würzburg) ihre Ausbildung fort, sie hat bei W.Ju.Schaposchnikov die Kunstfachschule absolviert. Nach einem erfolgvollen Abschluss des Petersburger Konservatoriums fördert Sofia ihr Talent als Orgelspielerin und lernt die Musikkunst auf alten Instrumenten (Klavierzimbel und Hammerklavier).

In den 90-er Jahren unseres Jahrhunderts begann ein Prozess der schöpferischen Kontakte örtlicher und ausländischer Musiker, der Gastspielaustausch.

Ein großes Aufsehen erregte das Festival der österreichischen Kunst 1993. Es wurde von den Enthusiasten der neuen Generation organisiert: Frau Dr. N.I.Pospelowa, Herrn W.G.Bojev, durch die von ihm geleitete Kunstfachschule und die örtliche Abteilung der Allrussischen Musikgesellschaft. Das Festival wurde propagiert vom Bürgermeister der Stadt Kirov, A.M.Michejev. Von österreichischer Seite übernahm R.Fleischhacker, ein Musiker und Journalist, die Schirmherrschaft.

Er besuchte uns oft zusammen mit seinen Schülern. Sie machten die Wjatka-Musiker mit den Werken der gegenwärtigen österreichischen Komponisten vertraut. Der Komponist und Professor des Konservatoriums in Graz, Franz Cibulka, weihte das Auditorium in manche Geheimnisse der schöpferischen Arbeit eines modernen Komponisten mit verschiedner Aufnahmeausrüstung ein.

F.Cibulka machte unserer Stadt ein großzügiges Geschenk: ein Werk unter dem Namen "Wjatka". Seine Ausführung durch das Blasorchester der Kunstfachschule im Dezember 1996 in der Anwesendheit des Autors wurde zu einem richtigen Fest moderner Musik.

Die Suite für das Blasorchester "Wjatka" von F.Cilbulka nahm man als ein obligatorisches Werk in Programme der Festivals für Blasorchester in einer Reihe der Länder: in Österreich, Spanien, Italien, der Tschechei. Jetzt wird unsere Stadt durch ihr musikalisches Bild in ganz Europa bekannt. Und was auch sehr wichtig ist - unter ihrem richtigen, historischen Namen.

Die Gäste leisteten einen Beitrag zur Organisierung der Gastspiele unserer Musiker im Ausland. Deutschland und Österreich besuchte das Wjatka-Quintett einige Male. 1992-93 machten S.W.Rjasanzev, I.W.Chudjakov, A.W.Grekov, A.I.Andrejev, A.N.Sachwatkin erfolgreiche Gastspiele in einigen Städten Kärntens ab. Bei den Zuhörern aus Österreich stieß vor allem die Musik der russischen Komponisten A.P.Borodin und D.D.Schostakowitsch auf großes Interesse.

Einen Besuch in Deutschland stattete der bekannte Künstler Russlands Ju.W.Sibirjakov ab. Das Publikum empfing den Pianospieler mit besonderer Aufmerksamkeit.

Das nahende 21. Jahrhundert öffnet neue Perspektiven der Entwicklung schöpferischer Beziehungen von örtlichen musikalischen Kräften mit Musikern und Musikliebhabern aus Deutschland und Österreich. Wir haben ein Wjatka-Volkslieder, Chöre und Orchester. Es gibt eigene Komponisten. Galina und Andrej Karpikov schaffen in ihrem Werk ein malerisches und schönes Musikbild unserer Stadt und unserer eigentümlichen Wjatka-Region.

Übersetzung. Arkadi Makarov. - Kirov (Russland), 2000.


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autoren.html
Autoren


Fr. Grudenkowa, Tatjana A. Kirower Kunstfachschule, Kirov
Hr. Kolotov, Arkadi W. Staatsarchiv der Region Kirov (GAKO), Kirov
Hr. Makarov, Arkadi N. Wjatkaer staatliche pädagogische Universität, Kirov
Hr. Oschtschepkov, Konstantin P. Kirower vereinigtes geschichtliches und literarisches Museum, Kirov
Fr. Pakina, Elena I. Staatsarchiv der Region Kirov (GAKO), Kirov
Hr. Pomelov, Wladimir B. Wjatkaer staatliche pädagogische Universität, Kirov
Fr. Truschkowa, Irina Ju. Kirower vereinigtes geschichtliches und literarisches Museum, Kirov
Fr. Zarewa, Elena I. Staatsarchiv der Region Kirov (GAKO), Kirov
Fr. Tschudinowskich, Elena N. Zentrum für Dokumentation der jüngsten Geschichte, Kirov
Fr. Schiljaewa, Rosa S. Staatsarchiv der Region Kirov (GAKO), Kirov



    L E T Z T E    B E I T R Ä G E


Vom Herausgeber

Der bedeutende Orientalist und Pädagoge W.W.Radlov

Bierbrauerei von Karl August Otto Schneider in Wjatka

W.W.Vogel - der Verwalter der Wjatkaer Abteilung der Staatsbank

Dokumente des Staatsarchivs der Region Kirov

Zur Frage der Zwangsarbeit deutscher und österreichischer Kriegsgefangener in Wjatka im ersten Weltkrieg

Die Untertanen Deutschlands und Österreich-Ungarns unter der polizeilichen Obhut im Gouvernement Wjatka (1914-1917)

Deutsche Persönlichkeiten der Stadt Wjatka in sowjetischen Zeiten

Besonderheiten der ethnischen Geschichte und der Bewahrung von Traditionen bei den in der Region Kirov lebenden Deutschen

Deutsche und österreichische Musik in Wjatka (19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, an der Jahrhundertwende)

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letzte Änderung 06.05.2004