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Reliquien der letzten Moskauer Zaren


In der Blagoweschtschenskij-Kathedrale im Kreml ist bis Anfang Dezember die Ausstellung "Fjodor und Iwan Alexejewitsch Romanow" zu sehen. Es ist der vierte und letzte Teil des Ausstellungszyklus "Reliquien der Romanow-Gruft" aus der Archangelskij-Kathedrale.

Die kleine, neunkuppelige Kirche im Kreml, in der die Ausstellung zu sehen ist, war früher die Hauskirche der Zaren. Direkt an den Zarenpalast herangebaut, bildeten ihre Nord- und Westgalerien der Blagoweschtschenskij-Kathedrale früher die Paradeeingänge zum Palast. Hier fanden Hochzeiten und Taufen statt. Schon allein die Ikonen, die höchstwahrscheinlich von Rubljow und Feofan Grek stammen, lohnen den Besuch.

    Dagegen war die Archangelskij-Kathedrale - die Grabkirche. Vom 14. bis 18. Jahrhundert wurden hier bis zur Gründung St. Petersburgs durch Peter den Großen Moskauer Fürsten und Zaren beigesetzt. Die Grabkirche beinhaltet 47 Grabsteine und zwei Reliquienschreine. Im Verlauf der Jahrhunderte entstand hier eine einzigartige Sammlung von Erinnerungsstücken, die sich auf die Bestattungszeremonie beziehen. Der Tradition nach wurden die Särge mit kunstvoll bestickten Samttüchern bedeckt, die wiederum mit Gold- und Silbermedaillons, mit Emaile oder kostbaren Steinen besetzt waren.

Auf die Tücher stellte man noch wertvolle Becher und Gefäße. Alle Exponate in dieser Ausstellung stammen aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts. Es ist die Epoche der Zaren Fjodor und Iwan Alexejewitsch. Sie beide stammten aus Alexej Michajlowitschs erster Ehe. Nach dem Tod des Vaters 1676 wurde der fünfzehnjährige Fjodor Zar. Die geistigen Voraussetzungen für den Wandel brachte der neue Zar auf Grund seiner Erziehung. Er hatte nicht nur Latein und Altgriechisch gelernt, sondern auch Polnisch. Mit dem Polnischen gewann er auch Zugang zu westlicher Kleidung und Frisur, zumal er 1680 eine Polin heiratete. Aber andererseits war Fjodor zur Zeit der Thronbesteigung von Anfang an bettlägerig und kränklich und starb bereits nach sechs Jahren. Nach dem Tode des kinderlosen Fjodor entbrannte der Machtkampf zwischen den Familien Miroslawskijs und den Naryschkins aufs Neue. Man musste sich zwischen den beiden Halbbrüdern - dem schwachsinnigen Iwan Alexejewitsch und dem noch minderjährigen Pjotr Alexejewitsch - entscheiden. Iwan setzte sich durch, starb aber bereits 1696. Peter der Große führte nun das fort, was Alexej Michajlowitsch und Fjodor Alexejewitsch in Gang gesetzt hatten.

Fjodor hinterließ zwei Witwen, die sein Grab reich mit Tellern, Kerzenständern und Schüsseln beschenken. Die kleine zweireihige Ikonostase über den Grabsteinen von Fjodor und Igor ist bekannt für ihre Ikonen, in denen die Zarenfamilien verehrt werden.    

Einen Herzstück der Ausstellung ist die "Theodore-Stratylatus"-Ikone, auf der Fjodors Schutzheiliger abgebildet ist. Sie wurde 1676/77 von dem berühmten Ikonenmaler Simon Uschakow geschaffen, der auch die Wände in der Archangelskij-Kathedrale bemalt hat. Traditionsgemäß wäre diese Ikone Bestandteil der Hauskapelle gewesen. Nach Fjodors Tod wurde sie aber in die Archangelskij-Kathedrale mitgenommen.