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Wirtschaft


1992 begann die Privatisierung von Staatseigentum. Begonnen wurde mit der kleinen Privatisierung im Dienstleistungsbereich. Das Ergebnis war, dass gegenwärtig über 70% der Geschäfte, Restaurants, Cafes, Werkstätten u.a. privat geführt werden. Die große Privatisierung wandelte Mittel- und Großbetriebe in Aktiengesellschaften um. Jede russische Bürger konnte durch den Erwerb von Anteilsscheinen zum Kleininvestor werden.

Die Liberalisierung des Handels und die Freigabe der Preise lösten eine Hyperinflation aus: 1992 über 2000%, 1993 100%, 1994 500%. Die Realeinkommen der Bevölkerung sanken drastisch und führten unter einigen Teilen der Bevölkerung zu einem Anstieg der Verarmung.

Die Russische Föderation verfügt heute über etwa 60% des Wirtschaftspotentials der früheren UdSSR. Der Rohstoffsektor bringt die meisten Devisen ein. Sorgenkind der russischen Wirtschaft ist die Landwirtschaft. Die Selbstversorgung der Russischen Föderation wird durch eine hohe Verlustquote bei der Lagerung von Getreide, Kartoffeln und Gemüse und lange Transportwege gefährdet bzw. die Erträge reichen nicht mehr aus.


Nördliche und zentrale Wirtschaftsregionen

Die nördliche Wirtschaftsregion umfasst die Gebiete Archangelsk, Vologda, Murmansk, die Republik Karelien, die Republik der Komi. Die Gesamtfläche beträgt 1.466300 km2. Die Region ist reich an Nutzholz, Erdöl, Erdgas, Kohle, Eisen- und Apatiterzen, Polymetallen. Murmansk und Archangelsk sind als Seehäfen bekannt.

Die Nordwestliche Wirtschaftsregion schließt die Gebiete St. Petersburg, Novgorod und Pskov ein. Die Gesamtfläche beträgt 196.500 km2. Diese Region bildet den Hauptzugang der Russischen Föderation zur Ostsee. Gut entwickelt sind hier die Elektroenergiewirtschaft, die Chemie und die Holzchemie, der Maschinen- und Schiffsbau. Die Stadt St. Petersburg verfügt über ein starkes wissenschaftliches und Produktionspotential.

Zur Zentralen Wirtschaftsregion gehören Brjansk, Vladimir, Ivanovo, Kaluga, Kostroma, Moskau, Orel, Smolensk, Rjazan, Tver, Tula und Jarosiavl mit einer Gesamtfläche von 485.000 km2. Maschinenbau, chemische und petrolchemische Industrie, Textilindustrie, Tierhaltung sind hier die bestimmenden Bereiche.

Die Wirtschaftsregion Wolga-Vjatka ist 263.300 km2 groß. Zwei Gebiete - Nizhnij Novgorod und Kirov und drei Gebiete - Mordwinien, Marij-EI, Tschwaschien - gehören zu dieser Region. Die Region verfügt über reiche Vorräte an Torf, Phosphoritenerzen, Kochsalz und Erdöl. Metallbearbeitung und Maschinenbau sind gut entwickelt. Die Region liefert Erzeugnisse für fast alle Transportarten.

Die Zentrale Schwarzerde-Wirtschaftsregion umfasst eine Fläche von 167700 km2 und schließt die Gebiete Tambov, Lipezk, Kursk, Voronesh und Beigorod ein. Hier herrschen günstige klimatische Bedingungen für die Landwirtschaft. Eisenerze sind reichlich vorhanden.

Die Wolga-Wirtschaftsregion nimmt eine Fläche von 540.000 km2 ein. Zu dieser Region gehören die Gebiete Astrachan, Wolgograd, Pensa, Samara, Saratov, Uljanovsk und die Republiken Tatarstan und Kalmykien. Hier werden Erdgas und Baustoffe gewonnen. Chemie- und Petrolchemie sind führend in dieser Region. Die sehr guten Böden sind der Landwirtschaft förderlich.

Die Nordkaukasische Wirtschaftsregion umfasst das Gebiet Rostov, die Regionen Stavropol und Krasnodar, die Republik Dagestan, die Tschetschenische Republik, die Republiken Inguschetien, Kabardinisch-Balkarien und Nordossetien. Landwirtschaft, Bauwesen und Erdölförderung bestimmen hier das Wirtschaftsgeschehen.

Die Wirtschaftsregion Ural ist mit 82 Millionen km2 das größte Wirtschaftsgebiet der Russischen Föderation. Es reicht von den Polarzonen bis zu den südlichen Steppen. Die Bearbeitung von Eisen- und Buntmetallen, Maschinen- und Waffenproduktion sowie Holz-, Zellulose- und Papierherstellung sind führend in dieser Wirtschaftsregion.


Sibirische Wirtschaftsregionen und Fernost

Die Westsibirische Wirtschaftsregion erstreckt sich von der Karasee im Norden bis nach Kasachstan im Süden. Die Region bestreitet 90% des Erdgas-, 70% des Erdöl- und an die 40 % des Kohleaufkommens des Landes.

Zur Ostsibirischen Wirtschaftsregion gehören die Republiken Burjatien und Tuwa, die Region Krasnojarsk, die Gebiete Tschita und lrkutsk. Brennstoffindustrie, Holzindustrie und Buntmetallurgie sowie Energiegewinnung sind die bestimmenden Industriezweige.

Die Fernöstliche Wirtschaftsregion ist der Hauptlieferant von russischen Edelmetallen. Als die Wirtschaftszone gelten die Regionen Chabarovsk, Primore, die Republiken Sacha, Amur, Sachalin, Kamtschatka und Magadan.

Wirtschaftsregion Kaliningrad

Das Gebiet Kaliningrad gilt als selbständige Wirtschaftsregion. Maschinenbau, Metallbearbeitung, Fischfangindustrie, Holzgewinnung und -bearbeitung sowie Zellulose- und Papierindustrie sind die Hauptindustriezweige. Das Gebiet verfügt über eine intensiv betriebene Landwirtschaft. Hier befindet sich die weltgrößte Bernsteinfundstelle.


Quelle: Internationaler Jugendaustausch- und Besucherdienst der Bundesrepublik Deutschland (IJAB) e.V., Bonn