Die Fabergés


Sie sind untrennbar miteinander verbunden: das russische Zarenhaus zu Zeiten Alexander II., Alexander III. und die Juwelierkunst der Fabergés. Gustav Fabergé legte in Petersburg den Grundstein, doch erst sein Sohn Carl, der Schöpfer des Fabergé-Ostereies, und dessen Bruder Agathon wurden als Juweliere der Zaren weltberühmt.



Berühmte Söhne: Carl und Agathon Fabergé


Gustav, der Gründer


Die Familie Fabergé war hugenottischer Herkunft. Ende des 17. Jahrhunderts wanderte die Familie nach Schwedt an der Oder aus. Einhundert Jahre später verschlug es Peter Fabergé nach Pernau im Baltikum. Seinen Sohn Gustav zog es schließlich nach Petersburg, wo er 1842 als Goldschmiedemeister eine Werkstatt eröffnete. Die ersten Produkte erregten noch wenig Aufsehen. Doch dann traten Gustavs Söhne Carl und Agathon auf den Plan.


Der letzte Schliff


Carl Fabergé übernahm 1870 das Geschäft seines Vaters. Seine ersten Schmuckstücke verrieten noch nicht den großen Wurf, der ihm einmal Weltruhm einbringen sollte. Als jedoch 1882 sein Bruder Agathon, ein brillanter Designer und deshalb begnadeter Juwelier, nach Petersburg kam, erhielten die Fabergé-Kunstwerke im wahrsten Sinne des Wortes ihren letzten Schliff. Während der Panrussischen Ausstellung 1882, auf der auch die Fabergés vertreten waren, wurde die Zarenfamilie auf die Goldschmiedemeister aufmerksam. 1885 erhielt Carl Fabergé den Titel eines Kaiserlichen Goldschmieds.



Fabergé-Glanzstücke: Zarenei, Kaiserinsignien en miniature


Kaiserliche Ostereier


Noch im selben Jahr schuf Carl Fabergé das erste der berühmten Fabergé-Ostereier, das Zar Alexander III. seiner Ehefrau zum Geschenk machte. Die kaiserlichen Ostereier waren die absolute Krönung der damaligen Goldschmiedekunst. Insgesamt 55 entstanden in der Werkstatt der Fabergés. Heute sind sie in der ganzen Welt verstreut, manche sind verschollen. Ein Teil der Eier befindet sich in den USA in Privatsammlungen. Weitere Exemplare sind im Besitz von Käufern aus London und Berlin. Zehn der wertvollsten Eier sind Eigentum der russischen Regierung.


Immer das passende Geschenk


Die Präsentation der russischen Kaiserinsignien en miniature auf der Weltausstellung in Paris 1900 begründete den Ruhm der Fabergés auch im Ausland. Carl Fabergé wurde in die französische Ehrenlegion und in die Pariser Goldschmiedegilde aufgenommen. Eine ganz besondere Auszeichnung wurde den Juwelieren des Zaren zuteil, als im Petersburger Winterpalast das kaiserliche Kabinett für die Ausstellung der Fabergé-Stücke eingerichtet wurde. Nikolaus II. konnte höchstpersönlich aus dieser Sammlung stets das passende Geschenk aussuchen.


Die Transsib Der Untergang