Krieg gegen Napoleon
1801 begann in Russland die Herrschaft Alexander I. Ihm sollte eine der schwersten Prüfungen in der russischen Geschichte bevorstehen: der Krieg gegen Frankreich, der Kampf gegen die Truppen Napoleon Bonapartes. Die Kriegskunst General Kutusows und nicht zuletzt der russische Winter sorgten dafür, dass die Grande Armee in Russland unterging.

Kontrahenten im Krieg: Napoleon, Alexander I.
Koalition zu schwach
Zar Alexander I. startete mit Beginn seiner Herrschaft den Versuch, das russische Staatsschiff innenpolitisch in friedliche Gewässer zu lenken. Doch musste er schon bald seine Kräfte auf den Schutz des Reiches konzentrieren. Napoleon Bonaparte, seit 1804 französischer Kaiser, bedrohte das Land. Die Koalition, die Alexander mit England, Schweden, Österreich und Preußen einging, erwies sich als zu schwach. 1811 begann Napoleon mit den Kriegsvorbereitungen, im März des folgenden Jahres war der Truppenaufmarsch im vollen Gange. Russland glaubte fest an den Zaren und seine Unfehlbarkeit. Doch schon bald stand die Grande Armee vor Smolensk, der halbe Weg nach Moskau war zurückgelegt.
Listiger Kutusow
In dieser Situation wurde General Kutusow zum Oberbefehlshaber der russischen Armee ernannt. Er zwang Napoleon zunächst bei Borodino zu einer offenen Feldschlacht und begann in der Folge das "Spiel des Rückzugs". Er nutzte die Weite Russlands und vermied offene Auseinandersetzungen. Zu dieser Taktik gehörte auch, Moskau kampflos zu räumen. Napoleon zog in Moskau ein, seine Soldaten begannen, den Kreml zu plündern. Vieles war zuvor in Sicherheit gebracht worden, dennoch machten die Eroberer reichlich Beute. Und es kam noch schlimmer. Vom 15. bis 18. September fielen bei einem Brand drei Viertel der Stadt den Flammen zum Opfer.

Gefechtsszene, Kanone im Wehrkloster
Opfergang
Durch den Brand verschlechterte sich die Versorgungslage für die Franzosen rapide. Auch der Nachschub aus dem umliegenden Land war völlig zusammengebrochen. Die Situation wurde immer auswegloser. Am 17. Oktober 1812 gab Napoleon den Befehl zum Rückzug. Es wurde ein opferreicher Weg, denn sowohl Kutusows Truppen als auch der frühe Frost, gegen den Napoleons Soldaten nicht gewappnet waren, dezimierte das französische Heer. Von fast 600.000 Soldaten überlebten kaum mehr als 30.000.
Auf dem Höhepunkt
Alexander I. zog mit seinem Heer bis Paris, um dort, wie er es nannte, den Frieden für Europa zu schließen. Damit erreichte er die Abdankung Napoleons am 6. April 1814. Auf dem Wiener Kongress wurde Europa neu geordnet. Russland erhielt den größten Teil des Großherzogtum Warschau. Alexander wurde König von Polen und stand auf dem Höhepunkt seiner Macht.
|