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Rausch und Elend

Der Krieg Russlands gegen Napoleons Truppen hatte auch Moskau, die alte Hauptstadt des Zarenreiches, durch Brand und Plünderung schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach der Eroberung der Stadt hatten es die Franzosen besonders auf die Kunstschätze im Kreml abgesehen. St. Petersburg blieb verschont. Hier entstanden in den nächsten Jahren prachtvolle Monumentalbauten, die an den russischen Sieg erinnern sollten.
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Goldrausch
Russland im 19.Jahrhundert. Erst jetzt wird Sibirien, die wahre Schatzkammer der russischen Zaren, seine Türen vollends öffnen. Die großen und kleinen Flüsse geben ihre Schätze preis: endlich Gold. Den Schatzsuchern Peters des Großen war das noch versagt geblieben.

Flüssiges Gold, Goldnugget
Pelze als Goldersatz
Jahrhundertelang hatten wertvolle Pelze den Russen als Goldersatz gedient und waren im Ausland für feine Edelmetalle eingetauscht worden. Die Pelze kamen überwiegend aus den sibirischen Wäldern, doch wurde die Ausbeute an den kostbaren Fellen durch die übermäßige Bejagung immer geringer. Schon die Goldfunde aus den sibirischen Skythengräbern hatten die Hoffnung genährt, dass es in Sibirien Gold gab. Aber auch gezielte Expeditionen fanden keine Goldader. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde zwar im Nordwesten Sibiriens Golderz entdeckt, doch die geförderte Goldmenge deckte bei weitem nicht den Bedarf des Zarenreiches.
Der Schlüssel zum Gold
Bereits 1763 machte der Universalgelehrte Michail Lomonossow als Erster darauf aufmerksam, dass Gold nicht nur in Bergadern zu finden sei, sondern auch im Sand von Flussbetten. Doch erst 50 Jahre später entdeckte der russische Bergingenieur Lew Brusnyzin ein Verfahren, wie Goldstückchen aus Kies und Sand ausgewaschen werden konnten. Er lieferte den ersten Schlüssel zu den verborgenen Schätzen Sibiriens.

Einst und jetzt: Goldgräber, Goldgrube in Sibirien
Freie Goldsuche
Die Methode war denkbar einfach: waschen und nach Größe sortieren. Jeder, der mit Schaufel und Pfanne umzugehen wusste, konnte nun losziehen - und tat es auch. Nachrichten über größere Goldfunde an den sibirischen Flüssen und Bächen elektrisierten Russland. Unzählige Abenteurer zog es in den Osten. Petersburg hatte diese Entwicklung nicht mehr im Griff, die Weiten Sibiriens schluckten illegale Goldwäscher geradezu. Zar Alexander I. hätte gewaltige Polizeikräfte aufbieten müssen, um sämtliche sibirische Flüsse mit ihren Ufern überwachen zu lassen. Petersburg gab daher die private Goldsuche frei.
Gestern wie heute
Durch das Gold erwachte Sibirien aus einem Dornröschenschlaf. Geblieben sind aus dieser aufregenden Zeit viele Legenden, wie die von Tok Mak, der seinen Sohn tötete, um an seinen Goldklumpen zu kommen und zur Strafe vom Berggeist in einen Stein verwandelt wurde. Geblieben ist auch bis heute die Methode, Gold zu gewinnen. In Südsibirien werden noch immer Tonnen von Erde nach den kostbaren Naturschätzen durchwühlt. 20 Kilogramm Gold sind mehr als 700.000 Mark wert - Gold verspricht auch heute noch großen Reichtum.
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