Neue Geldquellen


Peter ist kein Herrscher, der mit seinem Besitz prahlt. Er selbst lebt recht bescheiden. Kein Goldgeschirr. Aber er ist alles andere als ein armer Herrscher. Nur den Prunk überlässt er anderen.



Der Menschikow-Palast und sein Namensgeber


Fast lebenslange Freundschaft


Der Menschikow-Palast ist das älteste Steinpalais in Petersburg. Ein würdiger Rahmen, den auch Peter nutzt, wenn er doch mal repräsentieren will. Mit Alexander Menschikow verbindet den Zaren eine fast lebenslange Freundschaft. Großzügig darf Peter hier Gäste empfangen. Menschikow, vom Pastetenverkäufer zum Gouverneur von Petersburg aufgestiegen, weiß was seinem Gönner gefällt. Die spätere Zarin Katharina I ist die Geliebte von beiden. Menschikow intrigiert hinter dem Rücken Peters und bereichert sich auf dessen Kosten - gemeinsam mit Katharina.


Seltsame Nachbarschaft


Das heutige Petersburg geht locker mit dieser Vergangenheit um. Vor der Peter-Pauls-Kathedrale erinnern Komparsen an jene Zeiten. Nur ein paar Schritte weiter Peters Grab. Genau gegenüber der Kirche, die Peter selbst als Grablege bestimmt hat, stehen heute gepanzerte Autos vor dem Münzhof. Eine seltsame Nachbarschaft. Aber sichtbare Spur, was ihn im Leben bewegt - die ständige Suche nach neuen Geldquellen. Auf seinen Befehl durchstreifen Beamte das Land mit dem einzigen Ziel, heimliche Vermögen aufzuspüren.



Kuriose Sammelobjekte: Skelette und Zähne


Der Fall Gagarin


Matwej Gagarin ist Gouverneur und Selbstherrscher in Sibirien. Peters Fiskale durchsuchen sein Haus in Tobolsk aufgrund mehrerer Denunziationen. Kostbarkeiten soll er beiseite geschafft und den Zaren hintergangen haben. Die Beamten finden, was sie suchen. Ein Vermögen. Auch neues Skythen-Gold wandert in Peters Schatzkammern. Die treuen Demidows hatten es ihrem Zaren geschenkt, Gagarin wollte es für sich. Er muss seine Residenz in Tobolsk verlassen. In Petersburg erwartet ihn die härteste Strafe. Er wird gehängt. Sein Leichnam wird als abschreckendes Beispiel für jeden, der den Zaren betrügt, angeblich acht Monate zur Schau gestellt.


Kuriositätensammlung


Die wertvollen Stücke der Skythen bekommen in der Kunstkammer, dem ersten Museum Russlands, ein neues zu Hause. Sie werden Teil von Peters Kuriositätensammlung - Missbildungen aller Art, Zähne, die der Zar seinen Untertanen eigenhändig gezogen hat. Auch das Skelett seines verstorbenen Dieners Bourgeois fand hier Platz - wegen seiner Größe von über 2,20 Meter hatte ihn Peter aus Deutschland mitgebracht.


Eisen und Gold Armut und Reichtum