Schätze und Intrigen




Ende des 17. Jahrhunderts nimmt ein neuer, starker Mann die Zügel in die Hand: Peter der Große. Er verleiht dem Land imperiale Züge und legt einen weiteren Grundstein für das Zarenvermögen. Auch wenn es während seiner Regierungszeit kaum friedliche Jahre gab, zahlreiche Kriege Unmengen kosteten, bekam sein Zarengold einen ganz eigenwilligen Glanz: durch den Bau einer neuen Hauptstadt, der weiteren Eroberung Sibiriens und durch die ersten Sammlungen kurioser, aber auch besonders kostbarer Stücke.


Peter der Große


Moskau im 17. Jahrhundert. Zurück liegen Jahre der Wirren, verheerender Brände und grausamen Terrors. Iwan der IV. hatte seinem Reich ein schreckliches Erbe hinterlassen.



Peter und der Märchenpalast von Kolomenskoje


Die Romanows


1613 übernimmt eine neue Dynastie den Zarenthron: die Romanows. Peter der Große ist einer von ihnen. Er wird Moskau die Würde als Hauptstadt nehmen. Seine Unterschrift auf hunderten von Verordnungen zwingt Russland in die Knie. Das Gold der Zaren, das Erbe der Vorfahren bekommt eine andere Dimension: Peters Quellen liegen in den Weiten Sibiriens. Dort entsteht eine neue Hauptstadt - Sankt Peterburg. Im Märchenpalast von Kolomenskoje vor den Toren Moskaus beginnt ein neues, aufregendes Kapitel des Zarengoldes.


Erdrückende Pracht


Im Alter von zehn Jahren betritt Peter die politische Bühne. Gemeinsam mit seinem schwachsinnigen Stiefbruder Iwan repräsentiert er Russland von einem Doppelthron aus. Doch in Wirklichkeit regiert Peters Stiefschwester Sofija. Ein Arrangement, das Peter zunehmend missfällt. Er hasst die erdrückende Pracht der Kremlräume und fühlt sich von Sofia so sehr bedroht, dass er in das Heiligtum der orthodoxen Kirche - das Dreifaltigkeitskloster - flieht. Um sein Leben und seine Krone zu retten, plant der fast 17-Jährige von hier aus einen Staatsstreich. Sein Versteck liegt hinter einer heiligen Ikonenwand, falls etwas schieflaufen sollte.



Gefechtsszene, Kanone im Wehrkloster


Blutiges Gefecht


Bis zu 90 Kanonen sollen das Wehrkloster einmal verteidigt haben. Jetzt dienen sie Peter als Schutz vor den mit Sofija verbündeten heranrückenden Schützenregimentern. Ein blutiges Gefecht. Peter ist der Sieger. Seine Rache ist fürchterlich. Doch die Krone wird er sich erst später aufsetzen. Dafür beschenkt er das Dreifaltigkeitskloster mit wertvollem Kirchengerät - der Dank des künftigen Imperators. Kostbarkeiten wie goldene Löffel, von den bisherigen Kremlherrschern liebevoll gesammelt, sind für Peter ohne Bedeutung. Ein merkwürdiger Herrscher.


Reise in den Westen


Die damalige Welt wundert sich. Und dies noch mehr, als Peter im Jahr 1697 Moskau verlässt und nach Westen reist. Eine Sensation. Über ein Jahr bleibt er seinem Land fern. Eine Station ist Holland. Der Zar reist, von dem festen Willen angestachelt, sein Land aus dem Schlaf zu reißen. Er besucht Venedig und andere Städte. Er beobachtet, lernt und packt an. Die Eindrücke wird er nicht vergessen. Die Reise verschlingt Unsummen, aber nach seiner Rückkehr wird im Zarenreich nichts mehr so sein wie früher.


Die Akte Stroganow Verordnungen und Siege