Die Akte Stroganow
Mit dieser Urkunde besiegelt Iwan einen Schritt, von dem alle, die nach ihm kommen, auf ihre Weise profitieren werden. Anlass ist der ungewöhnliche Besuch des Kaufmanns Anika Stroganow. Er bittet um Land jenseits der Wolga. Und er kommt nicht mit leeren Händen.

Verlockende Schätze: Kristalle und Zobelfelle
Magische Kräfte
Iwan erblickt die Schätze des Urals mit eigenen Augen. Kostbare Kristalle, denen er magische Kräfte zuschreibt. Verführerisch glitzernde Steine. Etwa Gold? Und prächtige Zobelfelle, seinerzeit mit Gold kaum aufzuwiegen. Mit der Urkunde des Zaren in der Hand dürfen die Stroganows eine Expedition starten. Es sind Kosaken, ihr Anführer ist Jermak Timofejewitsch. Die Kosaken überqueren den Ural. Und erreichen auf den Flüssen das Tatarenkhanat Sibir. Die Eroberung der größten aller Schatzkammern beginnt. Eins der aufregendsten Unternehmen der russischen Gechichte. Spätere Zeiten erinnern mit phantasievollen Grenzzeichen an den legendären Schritt von Europa nach Asien.

Schlacht gegen die Tataren, phantasievolle Grenzzeichen
Brutale Abgaben
Sibirien, "das Schlafende Land". Die wahre Heimat des Zarengoldes. Jermaks Kosaken waren die ersten. Spätere Eroberer folgen den großen und kleinen Flüssen. Siedlungen und Festungen entstehen. Es ist kein systematisches Vorgehen im unbekannten, feindlichen Gelände. Wenig hat die einheimische Bevölkerung, meist Nomaden, den Eindringlingen aus dem Westen entgegenzusetzen. Sie werden im Namen des Zaren brutal zu saftigen Pelzabgaben verpflichtet.
Zar von Sibirien
Ein Gemälde von Wassili Surikow erinnert an die entscheidende Schlacht der Kosaken unter Jermak gegen die Tataren - 1582. In der Nähe des späteren Tobolsk findet sie statt. Eine Festung entsteht. Im gleichen Jahr bekommt Iwan den handfesten Beweis für den Reichtum Sibiriens. 2.400 Zobelpelze aus den Schatzkammern der Besiegten. Von nun an nennt er sich Zar von Sibirien. Er sorgt dafür, dass der Pelzstrom nicht abreißt.

Dreifaltigkeitskloster, Moskauer Begräbniskirche
Einheit von Kirche und Staat
Trotz wachsender Reichtümer denkt Iwan der Schreckliche ab und zu auch an sein eigenes Seelenheil. Er unternimmt Pilgerreisen zum Dreifaltigkeitskloster, dorthin, wo er getauft wurde - am Grab des Heiligen Sergej. Auch hier ist er vom Gold umgeben. Reiche Geschenke fließen in den Kirchenschatz. Eine symbolische Geste. Jederzeit kann er sich die Kostbarkeiten zurück holen. Das weiß er. Seit der Heirat der byzantinischen Prinzessin Zoe gilt im Moskauer Reich die Einheit von Kirche und Staat. Die Schätze des Klosters sind auch Iwans Schätze, Teil seines Zarengoldes.
Todesboten
Die Mariä Verkündigungskathedrale im Moskauer Kreml hat Iwan mit neun goldenen Kuppeln versehen. Von hier aus erblickt er eines Tages ein schreckliches Zeichen. Einen Kometen. Vorbote seines nahen Todes. Und Sterndeuter bestärken ihn darin. Iwan der Schreckliche stirbt im März 1584. Er ist in der Erzengelkathedrale des Kremls beigesetzt, der Begräbniskirche der Moskauer Großfürsten und der ersten Romanows. Der Schreckliche lässt sich als Mönch Jona bestatten. An seiner Seite ruhen zwei seiner Söhne.
Einhundert Jahre später wird ein neuer Zar dem Kreml den Rücken kehren. Als erster reist er in den Westen. Peter der Große. Das Gold der Zaren bekommt durch ihn eine neue, phantastische Dimension.
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