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ethnisch.html © I.Ju.Truschkowa (Kirov) Besonderheiten der ethnischen Geschichte und der Bewahrung von Traditionen bei den in der Region Kirov lebenden Deutschen Pläne der Ethnografen, der Mitarbeiter des Kirower Regionalen landeskundlichen Museums sehen die Erforschung verschiedener ethnischer Gruppen vor, die in der Region leben, Zusammenstellung von Museumsgegenständesammlungen,, die Momente ethnischer Geschichte, der Kultur und des Alltags widerspiegeln, Ansammlung von ethnischer Information, Foto- und Videoaufnahmen. Bestimmte ethnografische Materialien sind auch über die deutsche Bevölkerung gesammelt worden. Deutsche, die auf dem Territorium der gegenwärtigen Region Kirov leben, gehören nicht zu den autochtonen ethnischen Gruppen. Und wenn bis vor dem 20. Jahrhundert Vertreter dieser Nation (vor allem Ingenieure, Ärzte usw.) keine einheitliche Gruppierung ausgemacht haben, so entstehen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts Kreise mit ihrem ziemlich einheitlichen Aufenthalt. Ethnische Charakteristiken der gegebenen Bevölkerung werden apart aufbewahrt. Bestimmt hat das Aufbewahren vom Traditionellen und das Entstehen der Innovationen in ihrer Kultur der Zwangscharakter ihrer Übersiedlung beeinflusst. In den 1940er Jahren wurden nach dem Regionskreis Werchne-Kamski der Region Kirov Deutsche von den Shitomir- und Odessa-Umgebungen gebracht 1. In der Ukraine hielten sie an bestimmte Traditionen des Wirtschaftens, des Wohnungsbaus, natürlich hatten sie eine Spezifik in den Kleidern, im Alltag, der Religion, Festlichkeiten. Nach den Erinnerungen der Bewohner der Siedlung Oshmegowo «gab es von uns in der Ukraine ein ganzes deutsches Dorf. Vieles machte man: Terpentin, Boxkalfstiefel, es gab eine Scheiderwerkstatt, Wollschlägerwerkstätten, Töpfe machte man, es gab Gemüsegärten...» Mit dem Rücktritt der faschistischen Armee wurden sie nach Deutschland transportiert (»... wir sind freiwillig gefahren...»), dort arbeitete man im Gut von Paulus, in seiner Wirtschaft. «Alles war apart, Pferdeställe und Schweineställe». Als die sowjetische Armee nach Deutschland gekommen war, wurde diese zu betrachtende Gruppe nach dem Osten gebracht, nicht aber in die Ukraine, sondern nach Pinüg, wo sie 1946-1947 in einem Lager lebten. Aus den Erinnerungen:»... rundherum Wald, der Zaun war hoch, an den Ecken Türme, und auch in der Mitte einer. Uns brachte man hierher, das Tor wurde aufgemacht, und dort, lieber Gott, und Russen, und Ukrainer, und Deutsch, und wen es dort nicht gibt. Das Tor ging zu, und alles. Wölfe heulen. Ein Pferd ist einmal ausgebrochen (eine Sowchose gab es hier), und es wurde durch Wölfe gefressen...» Von der traditionellen «Sachenwelt» wurden nur einzelne Kleider- und Alltagsgegenstände von den Deutschen in die Region Kirov mitgebracht, eine breite Herstellung ähnlicher Dinge gab es an diesem neuen Lebensort nicht. Ein Teil traditioneller Gegenstände war unterwegs und im Lager verlorengegangen. «Hierher fuhren - Klamotten, Dokumente waren im Sack. Und dies auch wurde gestohlen. Vati ging erfahren, mit welchem Transport wir weiter gebracht werden. Und wir sitzen auf diesem Sack. Da kam ein Onkel. Hob uns, den Sack auf die Schulter und weg...» Später tauschte man etwas von der besonders wichtigen Kleidung gegen Lebensmittel aus:»... das Kleid, worin sich meine Mutti heiratet hatte, bewahrte ich immer wieder auf. Und dann, das war 1943 oder 1944 gab es für einen Sack Kartoffeln. Es war so hell. Orange. Und hier, an der Brust, breite braune Spitzen, breite... Watte? - Unterschulterteile gab es...» Spezifisch werden auch Traditionen des Wohnbaus hergestellt. Im Prinzip läuft ein Adaptierungsprozess nicht an die Traditionen der örtlichen Bauernschaft, sondern die Aneignung und Verbesserung von Wohnhäusern des 20. Jahrhunderts: in der Nachkriegszeit - Baracken, später nach der Abfahrt von ehemaligen Großbauern - ihre Häuser, heutzutage - sogenannte «finnische Häuschen». Neben den letzten befinden sich heute Sommerküchen, gute Bauten und Umzäunung fürs Vieh, Hühnerställe, Obstgärten. Außer der gewöhnlichen gebraucht man auch die Begießung mit Hilfe von verschiedenen Schläuchen und Ausrüstungen. In den Obstgärten werden «Kohl, Tomaten, Stoppelrübe» gezüchtet. Außerdem sowohl die einheimische Bevölkerung als auch die Deutsche setzen viel Kartoffeln, Zwiebeln usw. Die Änderungen der Baupraxis betreffen vor allem Details. Es unterscheiden sich die Griffe bei dem Abdichten von Fugen zwischen den Reihen bei Badehäusern, Sommerküchen (es gibt inwendiges zusätzliches Verschmieren mit Ton), inwendig wird an die Wände von Sommerküchen Stukkatur angebracht, ziemlich oft wird der Ofen gebleicht. Tontöpfe und andere Gefäße trocknet man in der umgekippten Stellung in der Küche oder am Zaun nicht weit davon. Für den Schmuck von Interieurgegenständen gebraucht man Analogien mit ukrainischen Kissenbezügen, Tischdecken; als Andenken bewahrt man Handtücher auf. Es werden viele gebläute und gebleichte Gegenstände des Gewebeinterieurs und der Kleidung verwendet. Sehr verbreitet ist das Schmücken durch Näharbeit, Stickerei von Kissenbezügen, Spitzenrändern; dabei hat diese Stickerei eine helle, gelb-orange Schattierung. Es werden sorgfältig alte Fotos aufbewahrt, darunter auch die der Hochzeit (»... und auf diesem Foto heiraten wir...»). Eine traditionelle Tracht ist nicht erhaltengeblieben. Es werden ausgerechnet Erinnerungen an die häusliche Herstellung von Röcken, Sweaters in der Ukraine festgehalten. Es zieht auf sich die Aufmerksamkeit die Regel, sich besonders ordentlich anzukleiden, sogar die Arbeitskleidung wird mit weißen oder gelben Kragen erweitert. Akkurat, sogar auch einigermaßen feierlich kleiden sich ältere Menschen an. «Und noch lebt bei uns Franja, Franziska Merkl, sie ist 86 Jahre alt, und kleidet sich sauber, schön...» Zugleich mit den eigenhändig gemachten werden im Alltag auch Dinge örtlicher Herstellung gebraucht. (»... hier bei den Einheimischen kaufen wir Bastschuhe, sie sind aus «Nike», auf deutsch sind es auch Bastschuhe. Die hatte das Volk, welches hier gelebt hatte. Wir kauften dies von ihnen und gingen so. Möbel, ein Spinnrad hat mir Lobanov gemacht, er war verbannt, scheint aus Gorki. Ein anders Spinnrad hat mir mein Man aus Kasachstan gebracht, und danach kaufte er auch ein elektrisches.») Auf dem Gebiet des geistlichen Lebens entstand das Spezifische vor allem in der Aufrechterhaltung der Sprache. Die ältere Generation kennt die Sprache und spricht sie, russisch spricht sie mit dem deutschen?/ukrainischen? Akzent, dabei auch nicht selten mit Schwierigkeiten. Dit mittlere Generation versteht Deutsch, im Gespräch mit den Älteren aber beantwortet die Fragen russisch. Die Jüngeren begrenzen sich darauf, dass sie Deutsch an der Schule lernen. Die Vorstellung von einem richtigen Leben ist mit der Qualitätsarbeit verbunden. Ebenso werden Kinder und Enkelkinder erzogen:»... Enkelinnen sind bei uns gut, Bräutigame brauchen wir auch gute. Gut heißt kulturvoll, erzogen benimmt sich, gut arbeitet, den Eltern hilft und selbst stammt aus einer guten Familie. Enkelinnen sind jung, sie helfen, den ganzen Tag arbeiten sie. Eine ist nach Kirov gefahren, um immatrikuliert zu werden. Nur eins, deutsch kann sie schlecht...» Aus dem Komplex von familiären Kalenderbräuchen wird am meisten der Beerdigungsritus gehalten. Die Altwohnenden erinnern sich daran, dass man einen «auf eigene Art» beerdigt hätte.:».. Da stirbt ein Mensch, man sitzt drei Tage zu Hause, singt, so ist es bei uns... Russen kommen und wundern sich, der Mensch sei gestorben, und die singen. Ein Pastor muss singen. Wir haben ihn nicht. So jener, der Gebete kennt, liest Psalme... Alte sind wenig geblieben, welche Lieder kennen. Ein Zeit lang durfte man sich nicht versammeln um zu singen, so machte man das insgeheim...» Es ist auch interessant, dass die Russen zu den Deutschen in den 1960-1970er Jahren wegen religiösen Singens kamen: »Jugend, vielleicht Sektanten...», sie sangen ihre Lieder in der Begleitung von modernen Instrumenten und auf damals populäre Motive. Mit den 1950-er Jahren beginnend, wenn man entsprechende Begrenzungen für die deutsche Bevölkerung abzuschaffen begann, fuhren die Vertreter der jungen und älteren Generation nach dem Ural usw. Es werden auch Verbindungen mit Deutschland heutzutage unterhalten, man steht im aktiven Briefwechsel, obwohl man anstelle vom Telefon die Verbindung mit der Siedlung bis jetzt immer noch durch Radio unterhält. Die ältere Generation ist schwer sich zu bewegen:»Jetzt sind bei mir hier Mutti, und Vati, und Bruder, und Schwiegertochter gestorben. Wohin muss ich fahren?» Der oben besprochene Zustand der traditionellen Kultur der Deutschen aus der Ukraine, die ziemlich komplett im Ragionskreis Werchne-Kamski der Region Kirov leben, entspricht dem gemeinsamen Strom von modernen ethnischen Prozessen in zahlenmäßig begrenzter Diasporen, die sich weit vom grundethnischen Bestand befinden. Anmerkungen Hier und weiter Materialien des Wissenschaftlichen Archivs des Kirower regionalen landeskundlichen Museums, Aktensache 326, und auch Feldmaterialien des Autors. © Deutsche Übersetzung. Arkadi Makarov. - Kirov (Russland), 1999. | ||