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gesproch.htm
Lieblingssprichwörter der Wjatkaer Menschen
- Ohne Mühe holt man keinen Fisch aus dem Teich; Äquivalent: ohne Fleiß kein Preis.
- Der Appetit kommt beim Essen.
- Schone das Kleid, solange es neu ist, und die Ehre, solange du jung bist.
- Wer sich selbst hütet, den behütet Gott; den Behutsamen behütet auch Gott; Äquivalent: Vorsicht ist besser als Nachsicht; Vorsicht ist die Mutter der Weisheit.
- Der stössigen Kuh gibt Gott keine Hörner; Äquivalent: es ist dafür gesorgt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen; Gott weiß wohl, warum er dem Esel keine Hörner gibt.
- Große Schiffe machen große Fahrt; Äquivalent: ein großes Schiff braucht großes Fahrwasser.
- Als Gast hat man's gut, aber zuhause ist's besser; Äquivalent: Nord, Süd, Ost und West, daheim ist das Best.
- Gedrängt, aber nicht unzufrieden; Äquivalent: eng aber gemütlich; wo drei sind, da hat auch der Vierte Platz; viele fromme Schafe gehen in einen Stall.
- Man bringt nicht die eigene Regel in ein fremdes Kloster; Äquivalent: in Rom tu, wie (was) Rom tut.
- Es ist überall gut, wo wir nicht da sind.
- Lebe ein Menschenalter, lerne ein Menschenalter; Äquivalent: man lernt nie aus; man wird alt wie 'ne Kuh und lernt immer noch dazu.
- Wer sich vor dem Wolf fürchtet, geht nicht in den Wald; Äquivalent: wer sich vor dem Busch fürchtet, kommt nicht in den Wald; wer Honig lecken will, darf die Bienen nicht scheuen.
- Zeit ist Geld.
- Wenn du alles weißt, wirst du früh alt.
- Alle sind wir Leute, alle sind wir Menschen.
- Alles ist gut, was gut endet; Äquivalent: Ende gut - alles gut.
- Jeder Schlammläufer lobt seinen Sumpf; Äquivalent: jedem (einem jeden) Vogel gefällt sein Nest; jeder Krämer lobt seine Ware; jeder Bär brummt nach seiner Höhle.
- Jeder ist seines Glückes Schmied.
- Armes Volk ist erfinderisch; Äquivalent: Not macht erfinderisch; Armut lehrt Künste.
- Berg und Berg kommen nicht zusammen, wohl aber Mensch und Mensch; Äquivalent: Berg und Tal kommen nicht zusammen, wohl aber Menschen.
- Einem geschenkten Pferd sieht man nicht auf die Zähne; Äquivalent: einem geschenkten Gaul sieht (schaut) man nicht ins Maul.
- Zwei Stiefel sind ein Paar; Äquivalent: gleiche Brüder - gleiche Kappen; gleich und gleich gesellt sich gern.
- Zwei Tode kann es nicht geben, aber der eine ist nicht zu meiden; Äquivalent: zweimal kann niemand, einmal muss jeder sterben; der Tod hat noch keinen vergessen; wer wagt, gewinnt!
- Die Geschäfte (die Angelegenheiten) sind weiß wie Ruß.
- Das Werk fürchtet den Meister; Äquivalent: das Werk lobt den Meister.
- Der Arbeit die ganze Zeit, und dem Vergnügen eine Stunde; Äquivalent: erst die Last, dann die Rast, erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
- Geld kann man immer wieder neu verdienen; man soll Geldverluste nicht zu ernst nehmen.
- Halte den Kopf kalt, den Bauch hungrig und die Füße warm; Äquivalent: den Kopf halt kühl, die Füße warm, das macht den besten Doktor arm.
- Für den lieben Freund geht man sieben Werst, und nimmt es nicht als Umweg.
- Der gute Ruf ruht, und der schlechte Ruf rennt; Äquivalent: Nachrede schläft nicht; Nachrede ist wie ein Schneeball; Nachrede reift über Nacht.
- Das Schöne an der Schuld ist die Rückzahlung; Äquivalent: Wohltun trägt Zinsen; brätst du mir die Wurst, so lösch ich dir den Durst.
- Zuhause helfen auch die Wände; Äquivalent: eignes Dach gibt Mut.
- Der erste Peitschenhieb gebührt dem Zuträger; Äquivalent: vom Verräter frisst kein Rabe.
- Man soll nicht knausern, wenn man etwas Gutes kaufen will; Äquivalent: wohlfeil kostet viel Geld; das Billigste ist immer das Teuerste; billig stinkt, teuer blinkt.
- Freundschaft ist Freundschaft, und Dienst ist Dienst; Äquivalent: Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps; Freundschaft hin, Freundschaft her.
- Freunde erkennt man in der Not; Äquivalent: Glück macht Freunde, Unglück prüft sie.
- Ein dummer Kopf lässt den Beinen keine Ruhe; Äquivalent: was man nicht im Kopf hat, das muss man in den Beinen haben; wer kein Gehirn hat, habe Beine.
- Kein Rauch ohne Feuer; wo Rauch ist, muss auch Feuer sein.
- Warten und Nacheilen ist das Schlimmste.
- Heiraten ist kein Unglück, aber wie meidet man Unglück nach der Heirat; Äquivalent: Ehestand - Wehestand.
- Ein Leben durchleben ist etwas anderes, als ein Feld überqueren; Äquivalent: das Leben ist kein Kinderspiel.
- Für einen Geschlagenen (Gelernten) bekommt man zwei Ungeschlagene (Ungelernte).
- Wer zwei Hasen zugleich jagt, fängt keinen; Äquivalent: man soll nicht zwei Hasen auf einmal jagen; wer zwei Hasen zugleich jagt, fängt keinen; wer viel anfängt, beendet wenig.
- Hinter dem Meer kostet ein Kalb eine Viertelkopeke, aber die Beförderung kommt auf einen Rubel; Äquivalent: was fremd ist, bezahlt man teuer; in der Wüste ist der Sand billig.
- Wofür ich es gekauft habe, dafür verkaufe ich es weiter.
- Das Gesetz ist wie eine Deichsel, es weist dahin, wohin man es dreht.
- Der Vorrat beschwert die Tasche (den Sack) nicht; Äquivalent: der Kluge Mann baut vor; Vorrat ist besser als Reichtum.
- Lass den Toren zu Gott beten, so schlägt er sich die Stirn wund; Äquivalent: blinder Eifer schadet nur.
- Die Wölfe sind satt und die Schafe heil; Äquivalent: die Ziege ist satt, und der Kohl unberührt.
- Die Wände haben Ohren.
- Das Spiel ist (nicht) die Kerzen wert.
- Aus dem Lied ist kein Wort zu streichen; Äquivalent: was wahr ist, muss wahr bleiben.
- Hätte ich gewusst, wo ich hinhalle, so hätte ich Stroh hingelegt; Äquivalent: wenn mancher Mann wüsste, wer mancher Mann wär, gäb mancher Mann manchem Mann manchmal mehr Ehr.
- Die Schönheit währt bis zur Hochzeit, der Verstand aber bis zur Hochzeit, der Verstand aber bis zum Ende; Äquivalent: Verstand ist zu beachten, Schönheit zu betrachten.
- Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
- Wer früh aufsteht, den beschenkt Gott; Äquivalent: was einer früh um viere tut, das kommt ihm nachts um neun zugut;
- Morgenstunde hat Gold im Munde; früh nieder und früh auf, verlängert den Lebenslauf.
- Wer verjährtes Unrecht nachträgt, soll ein Auge verlieren; ein Auge verliere, wer Vergangenes nachträgt; Äquivalent: wer alte Suppe aufrührt, den holt der Kuckuck.
- Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist; schmiede das Eisen solange es glüht.
- Es kann keiner mit dem Kopf durch die Wand.
- Den Gestürzten (den am Boden Liegenden) schlägt man nicht; Äquivalent: auf dem, der unterliegt, soll man nicht sitzen.
- Ein Löffel Teer in einem Fass Honig; Äquivalent: ein Tropfen Wermut im Freudenbecher; ein faules Ei verdirbt den Brei; in jeder Freude ist ein Tropfen Wermut; ein Tropfen Wermut fiel in den Becher der Freude.
- Besser spät als nie; Äquivalent:
- Spät kommt ihr, doch ihr kommt.
- Wenn du gern Schlitten fährst, musst du ihn auch gern ziehen; Äquivalent: wer will fahren, zieh' auch den Karren; wer das Feuer haben will, muss den Rauch leiden; wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken; ohne Fleiß kein Preis.
- Schweigen ist ein Zeichen der Zustimmung; Äquivalent: wer schweigt, bejaht.
- Moskau ist nicht auf einen Schlag erbaut worden; Äquivalent: Rom ist nicht an einem Tage erbaut worden.
- Mann und Weib sind derselbe Satan; Äquivalent: Mann und Weib sind ein Leib.
- Er bettet weich, aber es ist hart zu schlafen; Äquivalent: Honigrede ist nicht ohne Gift.
- Verlasse dich auf Gott, aber bleibe selbst wachsam; Äquivalent: hilf dir selbst, dann hilft dir Gott; Gott gibt wohl die Kuh, aber nicht den Strick dazu.
- Dem Jäger läuft das Wild entgegen.
- Das hast du, Gott, was wir nicht brauchen.
- Man kann nicht fremden Mund mit einem Tuch verdecken; Äquivalent: man müsste viel Brei haben, allen Leuten den Mund zu verstopfen.
- Mit Gewalt gewinnt man keine Liebe; Äquivalent: gezwungene Liebe und gefärbte Schönheit halten nicht Farbe; gezwungene Ehe, des Herzens Wehe.
- Die Sense ist auf einen Stein gestoßen; Äquivalent: es geht hart auf hart; hart gegen hart niemals gut ward.
- Das Glück liegt nicht im Geld; Äquivalent: Geld allein macht nicht glücklich.
- Setz dich nicht in den Schlitten, der nicht durch gehört; Äquivalent: Schuster, bleib bei deinem Leisten; was deines Amtes nicht ist, davon lass die Finger (da lass deinen Vorwitz).
- Nicht als Dienst, sondern aus Freundschaft.
- Das Bauernhaus schmücken nicht die Ecken, sondern die Kuchen; nicht die Ecken, sondern die reichlich gebotenen Pirogs verschönern das Haus; Äquivalent: ein Haus ist nicht schön durch seine Wände, wohl aber durch gastliche Hände.
- Der Mensch ehrt (schmückt) den Platz, nicht der Platz den Menschen; Äquivalent: der Mann ehrt das Amt, nicht das Amt den Mann.
- Verschiebe nicht auf morgen; was sich heute tun lässt; Äquivalent: morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute; des Faulen Werktag ist immer morgen, sein Ruhetag heute; Aufschub ist ein Taglieb; was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
- Man sollte nicht schön, sondern glücklich geboren werden.
- Man lebt nicht mit dem Reichtum, sondern mit dem Menschen.
- Man lebt nicht mit dem Geld, sondern mit guten Menschen.
- Der Teufel ist nicht so furchtbar, wie man ihn darstellt; Äquivalent: der Teufel ist nicht so schwarz, wie man ihn malt; nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
- Man soll das Bärenfell nicht verkaufen, bevor man den Bären erlegt hat; Äquivalent: man soll die Bärenhaut nicht verkaufen, ehe der Bär gestochen ist; verkaufe nicht das Fell, ehe du den Bären hast; verkaufe die Aale nicht, bevor du sie gefangen hast.
- Jedes Übel hat auch sein Gutes; es gibt nichts Böses ohne Gutes; Äquivalent: nichts ist so schlecht, es ist zu etwas gut; kein Unglück so groß, hat was Gutes im Schoß.
- Wer sich an der Milch verbrannt hat, der bläst aufs Wasser; Äquivalent: gebranntes Kind scheut das Feuer; wer das Maul verbrannt hat, blaset die Suppe; gebrühte Katze scheut das Feuer (auch kaltes Wasser); durch Schaden wird man klug; wer sich an der Suppe verbrannt hat, bläst auf kalten Fisch.
- Das Lammfell lohnt das Gerben (nicht).
- Ein Einzelner ist kein Krieger im Felde; Äquivalent: einer ist keiner; ein Mann, kein Mann.
- Einer für alle, alle für einen.
- Einer mit dem Pflug und sieben mit dem Löffel; Äquivalent: der eine hat die Mühe, der andere hat die Brühe.
- Man sucht nicht nach dem Guten vom Guten weg; Äquivalent: warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.
- Sage dich nicht los von Bettelsack und Kerker.
- Dampf tut den Knochen nicht weh.
- Es ist ein schlechter Soldat, der nicht davon träumt, General zu werden; Äquivalent: jeder Soldat trägt den Marschallstab im Tornister.
- Man empfängt die Menschen nach ihrer Kleidung und verabschiedet sie nach ihrem Verstand; Äquivalent: man empfängt den Mann nach dem Gewand und entlässt ihn nach dem Verstand.
- Den Kopf, der seine Schuld bekennt, hackt kein Schwert ab; Äquivalent: Abbitte ist die beste Buße.
- Was du weiter hinlegst, kannst du näher nehmen; Äquivalent: gute Hut erhält das Gut.
- Der Versuch ist keine Folter; Äquivalent: Probieren geht über Studieren.
- Nach der Schlägerei fuchtelt man nicht mit den Fäusten; Äquivalent: Rat nach Tat kommt zu spät; mancher schließt erst den Stall, wenn der Gaul gestohlen ist; was soll der Dudelsack, wenn der Bär tot ist?
- Wenn du eilst, lässt du die Menschen lachen; Äquivalent: Eile mit Weile; Eilen tut nicht gut.
- Der Säufer schläft seinen Rausch aus, der Tor aber nie.
- Fälle einen Baum, der zu dir passt.
- Ein Fisch sucht, wo es tiefer ist, und ein Mensch - wo es besser ist; Äquivalent: die Fische streben nach tieferem Grunde, der Mensch ist gern mit dem Glück im Bunde; jeder ist seines Glückes Schmied.
- Mit wem man umgeht, von dem lernt man; Äquivalent: mit Lahmen lernt man hinken, mit Säufern trinken.
- Die Welt ist nicht ohne gute Menschen.
- Ein heiliger Platz bleibt nicht leer.
- Sieben mal messen und einmal abschneiden; Äquivalent: erst besinnen, dann beginnen; besser zweimal messen als einmal vergessen; erst wägen, dann wagen.
- Ein ausgesprochenes Wort ist Silber, ein unausgesprochenes - Gold; Äquivalent: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
- Ein alter Freund ist besser als zwei neue; Äquivalent: ein alter Freund ist zwei neue wert; en guter Freund ist mehr wert als hundert Verwandte (als ein Bruder in der Ferne).
- Der Satte versteht den Hungrigen nicht; Äquivalent: der Satte weiß nicht, wie dem Hungrigen zumute ist.
- Geduld und Arbeit zerreiben alles; Äquivalent: Mühe und Fleiß bricht alles Eis; Geduld (Beharrlichkeit) überwindet alles.
- Die Furcht hat große Augen; Äquivalent: die Furcht hat tausend Augen.
- Ein Verstand ist gut, aber zwei sind besser; Äquivalent: vier Augen sehen mehr als zwei.
- Der Morgen ist weiser als der Abend; Äquivalent: über Nacht kommt guter Rat; Morgen ist auch noch ein Tag; das muss beschlafen werden.
- Einen Gelehrten lehren wollen heißt ihn verderben; Äquivalent: er will Nachtigallen singen lehren.
- Lernen ist Licht, Ungelerntheit ist Finsternis; Äquivalent: Wissen ist Macht; Wissen ist bekanntlich Macht, Unwissenheit wird stets verlacht.
- Vom Guten soll man wenig geben; Äquivalent: allzu viel ist ungesund; des Guten soll man nicht zuviel tun;
- Viel und Gut ist selten beisammen.
- Die Küken zählt man im Herbst; Äquivalent: man soll den Tag nicht vor dem Abend loben; lobe den Flachs nicht, bevor das Leinen gewoben ist.
- Woran wir reich sind, daran erfreuen wir uns; Äquivalent: wenig, aber mit Liebe.
- Was wir besitzen, bewahren wir nicht, wenn wir's verloren haben, beweinen wir es; Äquivalent: den Brunnen schätzt man erst, wenn er versiegt ist.
- Was man sät, das wird man auch ernten; Äquivalent: wie die Saat, so die Ernte; was der Mensch sät, das wird er ernten.
- Eine Ahle lässt sich nicht im Sack verbergen; Äquivalent: die Wahrheit kommt doch an den Tag; Wahrheit will an den Tag; was im Schnee verborgen, kommt bei Tauwetter heraus; es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen.
- Der Apfel fällt nicht weit von Apfelbaum; Äquivalent: der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
- Die Zunge hat keine Knochen; Äquivalent: lass doch die Leute reden, sie reden über jeden.
- Meine Zunge ist mein Feind, sie redet, bevor der Verstand spricht; Äquivalent: lass die Zunge nicht schneller als die Gedanken sein.
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