Er eröffnete den Kaufleuten Amerika


Am 8.Februar feierten wir die 240.Wiederkehr des Geburtstages des bekannten Wjatkaer Kaufmanns K.A.Anfilatov, der durch die Gründung der ersten provinziellen öffentlichen Bank der Heimat lieb war, sowie wegen der Anknüpfung des Handels mit den Nordamerikanischen Vereinigten Staaten eben in den Zeiten, als es diplomatische Beziehungen zwischen den beiden Staaten nicht einmal gegeben hatte.

Dem Andenken des "Wjatkaer Columbus" waren die ersten Anfilatovschen Lesungen gewidmet, die in der Bibliothek "A.S.Grin" in der Stadt Slobodskoj stattgefunden haben (Sie befindet sich übrigens im Gebäude der ehemaligen öffentlichen Bank). Die Lesungen wurden mit einer literarisch-musikalischen Komposition "Ich wünschte mich der Gesellschaft nützlich zu machen..." geöffnet, in welcher ein Bauerjunge vor den sich Versammelten erschien, der in dem entlegenen Dorf Waginskaja von fernen Ländern geträumt hatte und danach zum erstgrößten Kaufmann und dem Partner des Kaisers Alexander des Ersten emporgewachsen war, der unheimlichen Reichtum besessen hatte und 1820 in der tiefsten Armut in der Stadt Archangelsk gestorben war, von welcher eines von ihm geladenen Schiffen vor 195 Jahren zum Amerikanischen Ufer ausgelaufen war.

Danach kamen die Vorträge und Berichte an die Reihe. Über die Ahnen von Ksenofont Aleksejewitsch, seine Wjatkaer Wurzeln erzählte der Heimatforscher N.M.Tschurakov den Anwesenden. Seine Erzählung setzten heute lebende Vertreter dieses ruhmreichen Geschlechts W.E.Wladimirov und W.I.Marichina fort, die über ihre Urgroßväter erzählten. Der Schullehrer aus dem Dorf Schestakowo, wo die von Anfilatov gebaute Kirche gestanden hat, A.N.Chochrjakov berichtete über die traurige Geschichte dieses Tempels und die Nachlässigkeit der Gräber der diese Gegend bekannt gemachten Landsleute.

Die Entstehung des Vor- und Nachnamens von K.A.Anfilatov im Zusammenhang mit seinem Lebenslauf versuchte der Autor dieses Artikels zu erörtern. Ergebnisse sorgsamer und bedächtiger Forschungen, die die Frage beantworten halfen, warum Anfilatov eben nach Amerika seine Schiffe geführt hatte, teilte der Heimatforscher S.I.Schuklin mit. Dem 100-jährigen Feiertag der Anfilatovschen Bank im Jahre 1910 widmete die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums-und Ausstellungszentrum Slobodskoj T.M.Dolmatowa ihr Referat, und die Chefbibliografin der regionalen wissenschaftlichen Bibliothek "A.I.Herzen" G.D.Skalnaja machte eine gründliche Übersicht der dem Kaufmann gewidmeten Bücher und Veröffentlichungen.

Mehrere sprachen davon, dass die Tätigkeit von K.A.Anfilatov zugunsten der Region Wjatka und ihrer Einwohner wieder belebt werden müsste. Unter anderem sprach der Vorsitzende der Stadtduma I.N.Worobjov davon, wie er drei Monate lang in jenen Ortschaften des "Neuen England" (Boston, New York) verbracht habe, wo Anfilatovsche Schiffe vor Anker gegangen waren. Die Amerikanische Seite unterstütze mit Bereitschaft den Vorschlag über eine direkte ökonomische und kulturelle Zusammenarbeit. Daran auch teilzunehmen versprach das Mitglied des Unternehmerverbandes Slobodskoj A.F.Korjakina, die den Willen ihrer Kollegen zum Ausdruck brachte, mit ihren Waren über die See zu gehen.

Die örtliche Dichterin W.A.Laletina trug ihre Verse an die Heimatstadt vor. Die Anfilatovschen Lesungen endeten mit einem Rundgang durch die dreistöckige Villa, in welcher der Kaufmann gewohnt hatte und wo heutzutage das Haus des kinderlichen Schaffens untergebracht ist. An den früheren Hausherrn erinnern hier nur originelle Öfen und sein Geist, welcher, so dachten die Anwesenden, wie zuvor unter hohen Gewölben weht.

Wladimir Semibratov
Teilnehmer an den Anfilatovschen Lesungen